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Lange war die Website des ISB auch die von Bernd Schmid . Nach Jahren eines gelungenen Übergangs wird das ISB heute von vielen Menschen getragen und repräsentiert. Bernd Schmid ist in leitender Funktion weiterhin dabei. Doch gleichzeitig entstand die Notwendigkeit und die Freiheit, sich neben dem ISB als Weiterbildungseinrichtung eigenständig zu definieren.
In Bernd Schmid spezial, dem persönlichen Bereich von Bernd Schmid finden Sie Professionelles, soweit es nicht schon auf der ISB-Website dargestellt ist. Sie finden aber auch Lebensgeschichtliches, Literarisches und Privates. Wer Bernd Schmid auf diesen Ebenen begegnen möchte, ist auch in diesen Bereichen willkommen.
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Blog 50: Schuld und systemisch - Von Bernd Schmid 15.7.2010 |
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Als wäre der Tag nicht schon heiß genug, erreicht mich heute die Mail eines Kollegen mit ihm offenbar brennenden Fragen:
Wie gehen Systemiker mit Schuld um? Und kennt systemische Beratung überhaupt einen Schuldbegriff? Inwieweit unterscheidet der sich von strafrechtlicher Schuldzuweisung? Gibt es aus systemischer Sicht theoretische Konzepte, Regeln, Analyseraster, Vorgehensweisen, um der Identifikation von Schuld und Verantwortung - oder genauer Verursachung - näher zu kommen?
Sicher wären diese Fragen ausführliche Untersuchungen wert. Dazu habe ich im Moment nicht die Kraft, und es ist auch viel zu heiß dazu. Ich antworte aus meinem direkt greifbaren Gedankengut. Also O-Ton, denn letztlich stehen solche Mosaiken von Ideen, Erfahrungen und Meinungen für unsere konkrete Wirkung.
In den 1970er und 1980er Jahren flüchteten sich nicht wenige Systemiker in Neutralität, was sie mit der Relativität von Wirklichkeit begründeten. Oder war es vielleicht eher umgekehrt? Flüchteten sich Werte- oder Bindungsunsichere, Rebellische und/oder Belastete in eine Neutralitätszone, für die sie systemische Rechtfertigungen nutzten? Von begeisternden Zeitgeistströmungen ergriffen erlaubte sich die Szene manche Naivitäten und Überheblichkeiten. Ich erinnere mich an die Kontextvergessenheit eines namhaften Systemikers, der Managern Neutralitätshaltungen predigte und deren Einwände, dass sie dafür nicht bezahlt würden, für Anschauungsträgheit hielt.
Dann kam das Postulat (von Heinz v. Förster?): Handle so, dass sich die Anzahl der Optionen vergrößert! - eine Art Freiheitsmythologie, die mehr Freiheit von als Freiheit für betonte. Gut, was die Verengung der Evolution jeder Art betrifft. Unzureichend für die Orientierung in unserer Multioptionsgesellschaft. Schließlich merkte man, dass die Inflation der Deutungsmöglichkeiten und der inflationären Einbeziehung möglicher Zusammenhänge auch zur Blasenbildung einlud. Die Herstellung von intelligenter Übersichtlichkeit und Handlungsfähigkeit wurde als Herausforderung wieder deutlich. Damit kehrte die Frage der wertgeleiteten Auswahl der Prämissen mit Implikationen und Konsequenzen zurück. Jede gewählte Wirklichkeit wird an der ausgesonderten Wirklichkeit schuldig. Manchmal dachte ich, das könnte man „Erbsünde“ nennen. Doch schon der Begriff Schuld weckt oft empfindliche Reaktionen, von Sünde ganz zu schweigen. Aber: Kein Grund zu schlechten Gefühlen, vielmehr zum Streit über Werte oder wenigsten Prioritäten.
Wir brauchen Menschen mit Überzeugungen und sollten reflektierte Überzeugungsgemeinschaften pflegen. Dass es die Wahrheit nicht gibt, ist in unseren Sphären mittlerweile trivial. Dennoch fällt es vielen Menschen schwer, persönlich absolut überzeugt zu sein, ohne in Weltanschauungsimperialismus zu verfallen. Reichen ihnen Gewissheiten nicht? Müssen es Wahrheiten sein?
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