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Blog 32: Intuition und Kannibalismus - Von Bernd Schmid 09.07.2009 |
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Nach mehr als 35 Jahren Lehrtätigkeit in Gruppen beende ich in diesen Wochen diesen Teil meiner Berufstätigkeit. Im letzten November habe ich abschließend einen 3-tägigen Überblick über die ISB-Konzepte gegeben[1] und jetzt Ende Juni über „meine systemische Transaktionsanalyse“.
Transaktionsanalyse bestimmte einen wichtigen Teil meines professionellen Werdegangs und meiner persönlichen Geschichte. Um das Empfangene zu würdigen und um meine Beiträge zusammenzufassen, habe ich drei Tage lang vor einer Gruppe interessierter Menschen erzählen dürfen. Sie nahmen Anteil, ließen sich berühren.
Eric Berne entwickelte die TA aus Intuitions-Studien ab der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Da er auch Psychoanalytiker war, stellte er seine Ausführungen in diesen Zusammenhang. Hier nun eine amüsante Variante seiner Ausführungen mit etwas Übersetzung in unseren heutigen Sprachgebrauch:
Worauf gründet das (intuitive) Interesse der Menschen aneinander?
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Blog 31: No risk, no fun? - Von Bernd Schmid 16.06.2009 |
Da war ich gestern mit einer alten Freundin zu einem langen Spaziergang unterwegs. Das tun wir seit vielen Jahren alle paar Wochen. Wir erzählen, was so im Leben geschieht und besprechen die Weltlage.
Und gestern, es zogen dazu passend Regenwolken auf, hatten wir es wieder davon, warum bei allen positiven Ansätzen und dem immer wieder neuen Engagement vieler kompetenter Menschen doch die gesellschaftliche Entwicklung so schlecht vorankommt. Da gefallen sich unsere Politiker im Lichte vieler Medien als Retter von durch Inkompetenz, Großmannssucht und Misswirtschaft in die Krise gekommenen Unternehmen. Doch man hört nichts von effektiven Anstrengungen zur Regulation der Finanzmärkte. Stattdessen Symboldebatten und Wahlkampfversprechungen und Klatsch. Interessiert uns das Dekoltee von Frau Merkel oder der Alterunterschied zwischen Herrn Müntefering und seiner Neuen wirklich so viel mehr als deren Politik, die heute und morgen Schicksale von Millionen betrifft?
Wen kann man eigentlich noch wählen? Langsam dämmert mir, warum die Italiener Herrn Berlusconi immer wieder wählen, obwohl er offenbar von vielem mehr getrieben ist, als davon, Demokratie zu stärken. Fehlen die Alternativen? Singen sie bald wieder? Mit Rohstoffen, Währungen, der Volksgesundheit und mit Grundnahrungsmitteln spekulieren tun sie offenbar wieder oder noch, ungehindert und schamlos. Was muss noch geschehen, dass wir aus Krisen lernen? Sklaverei, von der ich glaubte, sie sei ausgestorben, feiert in vielfältigem Gewande Urstände, als Lohndumping bei uns, als schonungslose Ausbeutung von Migranten überall, aber auch schlicht als Menschenraub und Zwangsarbeit und das nicht nur im Rotlichtmilieu. Und auf Konferenzen wird geredet und geredet. Die Welt ein Kampagnen-Theater. Die Konferenz der Tiere von Kästner lässt grüßen.
Ich weiß es ja eigentlich. Schon ein Poster im Büro der Odenwald-Institut-Gründerin Mary Anne Kübel hat mich enthusiastischen jungen Mann gewarnt. Dort stand: After all, what’s said and done, it’s much more said, than done! Aber es gibt Tage, das geht es mir einfach auf den Senkel, dass überall Strohfeuer abgefackelt werden. Die geben Licht für ein bisschen Aufbruchsstimmung und für die Kameras. Kommt man dann mit dem Kochtopf, ist die Show schon zu Ende.
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