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Blog 27: Wer glaubet, der findet - Von Bernd Schmid 15.04.2009 |
Wir finden meist die Ostereier, die wir ohne es zu merken, selbst versteckt haben, sagen die Wirklichkeitskonstruktivisten.
Also zunächst muss ich bekennen, dass ich mir am Ostersonntag aufschreiben muss, was ich wo versteckt habe, wenn wir wirklich alles wieder finden sollen. Ich denke da an wochenlanges Rätseln in der Vergangenheit.
Aber es stimmt schon. Da hat die Polizei jahrelang nach der Phantom-Mörderin gefahndet und jetzt herausgefunden, dass es die Verunreinigungen der eigenen Wattestäbchen waren, die ein unberechenbares Monster produziert haben.
Und dann fällt mir der Krimi ein, bei dem 3 Sekretäre eines Mafia-Bosses, dessen Befehle aus den geheimen Besprechungen mit ihm brachten. Die Konkurrenz und die Polizei ließ die Drei ungeschoren, weil man ja an den Big-Boss ran wollte. Schließlich der Clou. Den Big Boss gab es nur als raffinierte Erfindung der 3 Sekretäre.
Doch ernsthaft: Johannes Cremerius, der verstorbene Psychoanalyse-Kritiker aus Freiburg sagte schon in den 1970er Jahren sinngemäß: Die Psychoanalyse ist Teil der Krankheit, für deren Heilung sie sich hält. Und das hat er nicht abwertend gemeint. Er wies nur darauf hin, dass wir es meist mit Glaubenssystemen zu tun haben, die man halt teilen kann oder nicht. Vieles ist von außen gesehen vielleicht nicht wahr, wird aber wirksam durch den Glauben daran.
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Blog 26: Mensch und Tier - Von Bernd Schmid 31.03.2009 |
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Den Menschen unterscheidet vom Tier sein mythologisches Wesen. Das hörte ich mich letzte Woche vollmundig behaupten. Jeder Mensch möchte sein Leben in eine Sinnerzählung einfügen. Null Bock ist nur der zynische Versuch, darauf zu verzichten. Deshalb kann man Menschen gewinnen, wenn man sich an ihr mythisches Interesse anschließt. Über die Bestätigung ihrer vielfach erzählten Story hinaus meint das insbesondere das, was sie werden wollen. Und Menschen wollen immer gerade irgend etwas werden. Man muss nur hinhören. Doch, ob uns das letztlich vom Tier unterscheidet, möchte ich doch lieber mit Vorsicht behandeln.
Dass wir mit den Affen von gemeinsamen Vorfahren abstammen, scheint ja aufgeklärte Menschen nicht mehr zu stören. Dass wir uns mit unserer Tiernatur versöhnen müssen, ist klar und gelegentlich tun wir dies sogar wenig gezügelt und mit Lust. Dennoch haben die meisten Menschen das Bedürfnis sich vom Tier zu unterscheiden.
Lange musste dafür die Behauptung herhalten, Tiere würden keine Werkzeuge benutzen oder zumindest nicht herstellen. Nun hat mittlerweile jeder Bilder von Affen vor Augen, die mithilfe von Steinen Nüsse aufschlagen oder Krähen, die sich gezahnte Kakteenränder zurechtschneiden, um damit Maden aus Baumlöchern zu angeln. Oder Nüsse auf die Strasse legen, um sie von Autos knacken zu lassen.
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