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Blog139: Resonanz - Von Bernd Schmid 31.01.2017 Drucken E-Mail
Lunch-Talks und  Berufsjubiläum 40+

Nicht immer habe ich ein eigenes Stichwort für einen neuen Blog.Die Menschen um mich herum schätzen aber oft, was mir einfällt, wenn sie mich zu einem Thema befragen, meist nebenbei z.B. beim gemeinsamen Mittagessen.Gerne erweitere ich unseren Lunch-Table virtuell um Blog-Leser, die sich für meine Meinung zu einem Thema interessieren.Bitte Zuruf unter Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können .

Zum Berufsjubiläum 40plus im Dezember durfte ich vieles darüber erfahren, welche Resonanzen ich in Menschen meines Umfelds ausgelöst habe. Erfüllend wiederum für mich! Danke!

An wem das im Weihnachtstrubel vorbeigegegangen ist, sich aber noch interessiert: http://www.bernd-schmid.com/


Viele Menschen scheinen Resonanz zu vermissen. Bücher wie z.B. Resonanz (Hartmut Rosa)[1] oder Herztöne (Martin Schleske)[2] werden begeistert empfohlen. Ein Zeichen dafür, wie verbreitet die Sehnsucht nach Resonanz ist? Stimmt es, dass viele das Gefühl haben, dass ihre Welten und ihre Beziehungen nicht genug zu ihrer Seele sprechen?

Der Begriff Resonanz trifft Gedanken und Empfindungen, denen die meisten schon öfter begegnet sind und zu denen es viele Beschreibungen gibt. Der Jungianer Peter Schellenbaum z.B. hat in den 1980er Jahren Dingbilder und Wirkbilder unterschieden[3]. Dingbilder sprechen nicht wirklich zu unserem Innersten, bleiben banal, auch wenn sie etwas zeigen, was uns eigentlich berühren müsste. Wirkbilder berühren uns, bereiten Erfahrungen, die am Ende des Tages bleiben, selbst wenn sie etwas eigentlich Unscheinbares zeigen.

Bei Resonanz geht es um mehr als um Empathie oder Authentizität. Es geht darum, dass im Kontakt mit der Welt Schwingungen entstehen. Ich erlebe, dass vieles in mir anspricht, dass ich in anderen etwas zum Schwingen bringen kann, Resonanz eben. Dadurch werden wir wichtig für einander. Nicht immer sofort, aber dann doch, weil es einen nicht loslässt, eine äußere und/oder innere Bewegung von einem verlangt.

Es geht um mehr als um Hier und Jetzt. Wenn Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges, wenn eigenes und anderes miteinander in Schwingung geraten, entstehen Lebensgeschichten und Gemeinschaften. Nicht präsent zu sein, kann als Leere empfunden werden, manchmal mit Supersound und Dynamik übertönt. Nur gegenwärtig sein ohne Schwingung mit der Geschichte, dem Umfeld oder einer Zukunft, kann Entwurzelung und verklärte Öde bedeuten. Was miteinander schwingt, verbindet sich miteinander.

Resonanz kann durch die Beziehung einem Thema, zu einer Sache genau so entstehen wie zu anderen Menschen[4]. Dabei geht es nicht nur um Mitgefühl oder Verstehen, sondern auch um Widerspruch, um das Erzeugen von Dissonanzen. Es geht nicht nur um Anschauung, sondern auch um Bewirken. Jeder muss dabei finden, was ihn berühren kann, seine „Resonanzachsen“ erkennen und pflegen.

Es sei heute paradox: Die meisten Menschen ringen um Resonanz, indem sie ständig ihre Möglichkeiten in der Welt erweitern: mehr interessante Themen, mehr Beziehungen, mehr Sichtbarkeit, mehr Einfluss, mehr verfügbare Mittel, mehr Fitness, mehr Genuss. Wachstum ohne Maß?! Und je mehr sie davon Beschlag genommen sind, umso weniger merken sie, wenn das Verfügbare oder Mögliche zwar wächst, die Resonanzen aber verstummen. Dann suchen sie es mit  „noch mehr“ und verarmen genau daran. Dabei weiß man ja: Weniger kann mehr sein – weniger Anhäufung von Möglichkeiten, dafür mehr Erfüllung durch Resonanz.

Resonanz: Kein neues Thema, doch in neuer Sprache wieder belebt, erzeugt es neue Resonanz, zumindest in mir. Jeder sollte seine Grundhaltungen im Umgang mit der Welt studieren. Ob wir eine erfüllende Beziehung zur Welt haben, hängt mehr von unserer Resonanzkultur ab als von unseren „Verfügungsmöglichkeiten“. Jeder hat seinen Stil entwickelt, bezüglich Glück und Unglück, Ängstlichkeit oder Zuversicht, Vertrauen oder Argwohn. Die gebildeten Gewohnheiten prägen unser Erleben recht unabhängig von objektiven Gegebenheiten.  Wer zu Missmut neigt, tut dies auf jedem Niveau, wer froh sein kann, dem gelingt dies auch unter widrigen Umständen, von Extremsituationen mal abgesehen. Also lohnt bei aller Weltzugewandtheit, für die ich immer plädiere, den eigenen Stil dabei zu studieren. Der eigene Wirklichkeitsstil ist einer der Universal-Schlüssel, wenn man verstehen will, in welcher Welt man lebt und mit welcher man schwingt.

[1] https://www.youtube.com/watch?v=K-qoXAkgBhk
[2] https://www.youtube.com/watch?v=QEmaK3uDo5k
[3] Bernd Schmid, Rainer Müller (tredition 2016):  Psychotherapieschulen und ihre Schlüssel-Ideen -Gründer, Stories, Extrakte
[4] Bernd Schmid/Wolfram Jokisch ich-du- und ich-es-typen - Das Coaching-Magazin.

 

 
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