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Blog 44: Täter und Opfer - Von Bernd Schmid 30.03.2010 Drucken E-Mail

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Es geht nicht um Vertrauen oder Misstrauen, sondern um Blindheit oder Wachheit dabei[1].

Die Welt ist in Unordnung. Das ist wohl wahr. Ausbeutung und Missbrauch vielerorts. Dabei soll auch nach unserem Grundgesetz die Würde des Menschen unantastbar sein. Durch Fehlverhalten und Fehlhaltungen wird genau diese Würde immer wieder beschädigt[2]. Und dies nicht nur bei den Opfern, sondern eben auch bei den Tätern. Auch Täter bezahlen, mit Verlust an Menschlichkeit, vielleicht ohne es zu erkennen oder bedeutsam zu finden. Menschen sind erlösungsbedürftig.

Und die Opfer leiden doppelt. Sie erleiden Schaden nicht nur durch die Tat, sondern auch durch die Begegnung mit dem Täter. Sie nehmen Bilder des Täters und der Täter-Opfer-Beziehung in sich auf. Das ist wie bei Dracula: Wer gebissen wird, muss selbst Vampir werden. Opfer müssen nicht nur die Tat verarbeiten, sondern auch den Täter in sich. Zusätzlich betreten auch Helfer und Anwälte verschiedener Art die Bühne. Am Ende sind alle in Gefahr, sich in Täter-Opfer-Dynamiken zu verstricken[3].

Dies kommt mir angesichts der aktuellen Missbrauchsdiskussion wieder in den Sinn. Es gibt auch Missbrauch in Therapie und  Beratung oder in Führungsbeziehungen. Hier gilt es, unmissverständlich Stellung zu nehmen. Doch reicht das? Sollten nicht gerade die mit etwas Autorität im Felde etwas dagegen tun? Schnell kommt der Vorwurf Richtung Radio Eriwan. Im Prinzip schon….
Doch konkret ist mutiges Handeln nicht einfach. In unserem Rechtssystem müssen Anschuldigungen bewiesen werden können. Dies dient dem Schutz vor übler Nachrede. Schlimm, dass  Schuldige im Schutze dieser Regelungen so schwer zu stellen und von ihrem Treiben abzuhalten sind. Wird es versucht und tun die Medien noch das ihre, dann beschleicht einen oft  das Gefühl, dass die Zusammenhänge im Dunkeln bleiben und am Ende nicht mehr Gerechtigkeit, sondern neuerliches Unrecht auf verschiedenen Ebenen entstanden ist. Und mancher, der den ersten Stein wirft oder Schlammschlachten in Gang hält, zielt so nebenbei auf den Spiegel, in den er vielleicht selbst blicken sollte. Allemal kostet alles Lebenszeit und Kraft, die für mögliche bessere Wirklichkeiten fehlen. Auch das muss verantwortet werden.

Ich selbst wurde in jungen Jahren von einem Veranstalter für humanistische Psychologie um meine Ersparnisse betrogen. Ich hatte mir nicht vorstellen können, dass jemand mit so hehren Inhalten kriminell sein könnte. Ich wurde von einem erfahrenen und anständigen Rechtsanwalt gewarnt, ich solle schlechtem Geld nicht noch gutes hinterher werfen. Trotzdem zog ich voller Empörung vor Gericht. Zwar gewann ich, doch half dies nichts, weil nichts zu holen war. Ich hatte weiteres Geld und Lebenskraft verloren, war aber um eine Erfahrung reicher. Aus dieser Erfahrung heraus, habe ich später noch oft lieber ein Unrecht erlitten als mich in „Gerichtssaal-Dynamiken“ zu verstricken. Und ich selbst bin dabei gut gefahren, obwohl ich manch schändliches Treiben nicht verfolgt habe und auf möglichen Schadensersatz verzichtet habe. Aber ich war auch selten Ziel von Rechtsbrüchen und krimineller Energie. Ich scheine dafür nur wenig vorgesehen.


Und wer weiß schon vor einer juristischen Auseinandersetzung, was herauskommt? Selbst erfahrene Juristen orakeln: Auf hoher See und vor Gericht bist Du in Gottes Hand. In diesem Sinne bin ich dann wohl kein Seefahrer. Auch habe ich wenig Talent als Eduard Zimmermann meines Fachgebietes. Da muss jeder selbst herausfinden, was ihn Schicksalhaft betrifft oder anzieht.

Bin ich also ein Pilatus, der seine Hände in Unschuld wäscht? Ich weiß es nicht so recht, weil ich schwer einschätzen kann, ob die Verfahren gegen vermeintliche Sünder rechtens sind oder nicht. Wie soll man das vorher wissen? Kann man zurück, wenn alles erst im Gerichtssaal gelandet ist? Wegschauen möchte ich nicht, doch heißt Dinge sehen nicht unbedingt, sie öffentlich anklagen müssen, obwohl das zum Schutz oder zur Würdigung von Opfern erforderlich sein kann. Aber irgendwie interessiert sich meine Seele nicht für diese Bühnen und diese Art von Auseinandersetzungen. Wofür dann? Zur Neigung meiner Seele ist mir ein inneres Bild eingefallen, das ich aus einem Krimi aufgelesen habe.

Ein Mann lebt am Strand auf der kaum bewohnten Seite einer Insel. Eines Nachts, beobachtet er ein Pärchen, das in ein Motorboot steigt und aufs offene Meer fährt. Nach einiger Zeit kommt der Mann allein zurück und geht weg. Da draußen gab es nur Nacht und Meer. Der Mann entzündet auf der höchsten Düne ein weithin leuchtendes Feuer und unterhält es die ganze Nacht. Im Morgengrauen erreicht die erschöpfte Schwimmerin das Ufer.

Euch allen ein frohes Ostern.

 

 

[1]Aus „Originalton“ Sprüche aus dem Institut für systemische Beratung – Bernd Schmid. Zum Download unter: http://www.systemische-professionalitaet.de/isbweb/content/view/183/233/
[2]Siehe auch Schrift 008 Auf der Suche nach der verlorenen Würde - B. Schmid 2009 und Schrift 128 Die Würde des Managers ist antastbar - B. Schmid 2009
[3]Audio Täter-Opfer-Beziehungen siehe 451 Täter-Opfer-Dynamik - Bernd Schmid

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Kommentare zu diesem Blog:

Frau Ingrid Rieskamp

Hallo,
ich fand diesen Beitrag sehr irritierend…milde ausgedrückt. Bedeutet das nach Bernd Schmid, dass z.B. vergewaltigte Frauen besser keine Anzeige erstatten, sondern warten, bis ihnen irgendwo im Dunkel ein Licht leuchtet? Ich hoffe, ich habe da etwas missverstanden???

dazu Bernd Schmid

Liebe Ingrid!
Das bedeutet es nicht und ich kann auch nicht sehen, wie man das aus dem Text lesen kann. Mein Ausführungen beziehen sich auf die Schwierigkeit, sinnvoll Recht zu schaffen, wenn Unrecht geschehen ist.  Und ich beziehe mich auf die Bratungsszene, wo es Fehden und gerichtliche Auseinandersetzungen gibt, von denen weder Gerechtigkeit noch Heil für die Beteiligten zu erwarten ist. 

Frau Renate Scharf

Lieber Bernd,
 
das Thema Opfer - Täter ist so alt wie die Menscheit selbst
und gehört auch zu meinem Leben.

Stachetzki.JPG
















Hier ein Foto "Das letzte Abendmahl" nach Leonardo da Vinci als Skulptur,
das uns den vorausgehenden Verrat bewusst machen will.
(siehe Dreifaltigkeitskirche Sasbachwalden, Künstler Klaus Olenik)
 
So soll Ostern - besonders in diesem Jahr - erneut zur Heilung beitragen.

Dazu Bernd Schmid

Danke Renate! Ja, das ist so ein Problem mit den ewigen Themen. Es ist alles gesagt und dennoch für jeden immer wieder neu in seiner Zeit und Umgebung. Danke für das Bild.

 

Frau Julia Weber

Sehr geehrter Herr Schmid

Seit längerer Zeit lese ich Ihre Blogs mit grossem Vergnügen und mir gefallen Ihre vertieften, virtuosen Gedankengänge.

Das Thema Opfer-Täter ist natürlich brisant, komplex und sehr kontrovers.
Allem voran finde ich bei dem Thema wichtig zu unterscheiden, ob von Opferrolle oder von Opferstatus die Rede ist, d.h. ob sich jemand als Opfer darstellt oder ob eine Person in einer bestimmten Situation faktisch zum Opfer gemacht wurde. Das wird oft vermischt. Auch in der Psychoanalyse gibt es leider viele Beispiele, in denen kaum zwischen Opferrolle und Opferstatus unterschieden wird und das schafft enorme weitere Probleme im therapeutischen Bereich.

Ihr Text zum Thema Opfer/Täter hat mich etwas stutzig gemacht:
Da war einmal das Bild des Vampirismus, das suggeriert, wer gebissen wird, beisst nachher selber. Doch Opfer werden nicht zwangsläufig zu Tätern.

Eine Stelle hat mich besonders provoziert, Sie schrieben:

"... Aber irgendwie interessiert sich meine Seele nicht für diese Bühnen und diese Art von Auseinandersetzungen. (*1) Wofür dann? Zur Neigung meiner Seele ist mir ein inneres Bild eingefallen, das ich aus einem Krimi aufgelesen habe. 
Ein Mann lebt am Strand auf der kaum bewohnten Seite einer Insel. Eines Nachts, beobachtet er ein Pärchen, das in ein Motorboot steigt und aufs offene Meer fährt. Nach einiger Zeit kommt der Mann allein zurück und geht weg. Da draußen gab es nur Nacht und Meer. Der Mann (*2) entzündet auf der höchsten Düne ein weithin leuchtendes Feuer und unterhält es die ganze Nacht. Im Morgengrauen erreicht die erschöpfte Schwimmerin das Ufer."


... und dann war der Blog zu Ende. Es folgten Schöne Osterwünsche ...

(*1) Ich kenne kaum jemanden, der oder die diese Bühne, gemeint sind gerichtliche Auseinandersetzungen, sucht. Zuvor im Text hatten Sie meiner Meinung nach präzise formuliert, dass Opfer sich eben doppelt - und ich meine mehrfach - mit all den Fragen auseinanderzusetzen haben, um die sich Täter nicht scheren. Die Gerichte sind nun mal eine der wenigen Orte, wo die Themen auf den Tisch gebracht werden können und wo Verantwortung gefordert werden kann - doch wer geht da schon gerne freiwillig hin?

(*2) Zuerst las ich die Geschichte so, dass der Mann, der alleine vom Meer zurückkehrt war, dann weg geht und auf der höchsten Düne für sich selbst ein Feuer entzündet. Das Opfer, die Frau hat dann zufällig überlebt.

Ich war empört: Der Seelenzustand, der mit dieser Geschichte beschrieben wird, ist er derjenige des unbeteiligten Zuschauers, des Zeugen? Sollte die Geschichte etwa andeuten, wer nicht dabei gewesen ist, weiss ohnehin nie so genau was passiert ist? Wieso unternimmt der beobachtende Mann nichts? Wie stand es nun mit der viel gelobten Zivilcourage? Wieso stellt der Beobachter den anderen Mann, der ohne Frau zurückkommt, nicht zumindest zur Rede?

Erst später dachte ich, dass es möglicherweise eine sprachliche Ungenauigkeit ist, die zum Missverständnis führt, dass der Beobachter selbst das Feuer entzündet und sich der Autor gerne im Seelenzustand des Lichtbringers sieht, der dem Opfer den Weg weist - schwimmen muss es selbst (ganz im Sinne einer therapeutischen Grundhaltung) ...  doch mehr macht er eben nicht ...

Mein Unbehagen blieb. Ich bin ein paar Jahre jünger als Sie, wohl unschwer zu erkennen eine Frau, die - alleine deswegen, statistisch belegt - in sehr viel mehr Situationen zum Opfer gemacht wird, als weisse Männer. Und als ein Mensch, eine Frau, die Bewusstwerdung pflegt, kam ich nicht umhin, mich ausführlich mit den Themen zu beschäftigen.

Meine Meinung: Mit dem Thema Opfer/Täter müssen wir leider noch viel tiefer gehen. Da sind die Verstrickungen älter und komplexer, vielschichtiger auch, als wir sie alle gerne hätten. Wie gerne würden wir doch auf ein paar Erkenntnissen bezüglich dieser Abgründe ausruhen und uns dem nächsten spannenden Thema zuwenden?
Ich selbst bin auch gerne Lichtbringerin - aber ich glaube, wer sich "die Finger nicht schmutzig machen will" oder um in Ihrem Bild zu bleiben "wer nicht nass werden will"  und sich lieber draussen hält, ist tatsächlich nur eine sehr begrenzte Hilfe.

Ich schreibe Ihnen diese Zeilen eben aus Sympathie, weil ich ansonsten die Freundlichkeit und Weisheit, die aus ihren Blogs spricht sehr schätzte.

dazu Bernd Schmid

Liebe Julia Weber!

Danke für die offenen und wertschätzenden Zeilen.

Zunächst Ihre Unterscheidung von Opferrolle und -status. Das scheinen mir 2 verschiedene Beschreibungsebenen zu sein. Status scheint zu meinen, dass man objektiv Opfer ist, doch wer stellt das fest? Auch Gerichte können nur bestimmte Dimensionen erfassen und sind oft dem Zeitgeist unterworfen.
Opferrolle bekommt etwas den Touch, dass man sich manipulativ in Szene setzt. Tatsächlich kann man objektiv Opfer sein oder gewesen sein und sich dennoch auch manipulativ in Szene setzen.  Das eine darf gegen das andere nicht aufgerechnet werden. Wir kennen das bei Dilemma-Dynamiken. Man wurde vielleicht früher von außen in Dilemmata gezogen und war insofern Opfer. Dabei hat man gelernt Situationen als Dilemma zu erleben und andere unerkannt in diese Wirklichkeiten zu verstricken, was diese wieder zurecht als manipulativ erleben. Manipulativ nicht wegen problematischer Absichten, sondern wegen unerkannt problematischen Wirklichkeitsvorstellungen und deren Wirkungen, die durch das eigene Handeln entstehen. Hier ist schwierig, einen Menschen mit Dilemma-Dynamik auf die aktuelle Verantwortung anzusprechen, da er im Hinblick auf seine Geschichte zurecht Opferstatus reklamiert. Doch ist gleichzeitig er derjenige, der sich und andere aus diesen Dynamiken entlassen muss ( wenn auch mit Hilfe von außen). Hierüber kann man viel hören und lesen auf unserer Website.

Bezüglich Opfer sein würde ich weiter unterscheiden, was gedanklich aber konkret oft nicht wirklich möglich ist. Man muss sich beziehen, ohne wirklich klären zu können.
Wie Sie ansprechen, muss die traurige Tatsache anerkannt werden, dass Menschen, die ohne jedes eigene Mitwirken zu Opfern werden, oft durch Gleichgültigkeit oder mangels Belegbarkeit oder seltsamen Verdächtigungen die Würdigung ihrer Leiderfahrung nicht angemessen zu Teil wird. Das gilt leider auch gelegentlich in Psychotherapie und Beratung. Solche Menschen wird ähnlich Unrecht getan wie Kranken, deren Krankheit man nicht identifizieren kann und die aus Unwissenheit, Hilflosigkeit und Anmaßung von außen zusätzlich verdächtigt werden. Zum Schaden kommen noch psychologisch oder esoterisch begründete Schuldvermutungen.

Auch wenn ein Opferstatus anerkannt wird,  bleibt dem Opfer oft nur, den Schaden zu tragen, ohne Wiedergutmachung erlangen zu können. Werden Klärungen versucht, entstehen oft neue Mischungen von Recht und Unrecht. "Das Bessere mit Gewalt zu zwingen, hat das Gute oft schon schlimm gemacht!" Shakespeare König Lear . Das Schadensbegrenzenste wäre ein positives Erleiden. Es entsteht zwar keine Gerechtigkeit im Sinne von Ausgleich, doch eine Überwindung von Unrecht in die Zukunft hinein. Dadurch werden zwar Täter geschont, aber auch der Lebensverbrauch in einer Unrechtswirklichtkeit. Wer das nicht leistet, verstrickt sich leicht in Unrechtsbeziehungen, aber eben nicht zwangsläufig. Das sollte das Bild von Dracula etwas provokativ ansprechen.

Nun mein Bild vom Feuermacher. Es handelte sich um einen Hippie, der wohl nicht die Mittel gehabt hätte, den Mann zu stellen, der vielleicht dadurch unmöglich gemacht hätte, das Feuer zu entfachen und zu unterhalten. Ich kenne in der Coachingszene Menschen, die aus ethisch hochwertigem Engagement häufig in Diskussionen um Scharlatanerie und Missbrauch verstrickt sind, sich entsprechend Gerichtsverfahren zuziehen, die ihre Kräfte verbrauchen.  Dann müssen sie sich natürlich wehren und eines ergibt das andere. Nicht zuletzt gibt es auch die Prozesshansel, von denen gesagt wird, dass sich abends ihre ausgezogenen Schuhe automatisch für den nächsten Morgen aufs Amtgericht ausrichten.

Wenn Rechts- und Unrechtsthemen auch zurecht  in den Mittelpunkt der eigenen Wirklichkeiten rücken, vergeht dennoch dabei das Leben, verbrauchen sich die kostbaren Ressourcen. Daher habe ich als Bild den Nachdenklichen mit der Dornenkrone gewählt. Jeder muss da selbst seine Berufung erkennen und auch dort, wo sich Schicksalhaft solche Karrieren anbieten entscheiden und verantworten. Als ich den Blog schrieb, war mir nicht mehr gegenwärtig, dass ich auch sonst oft in meinem Leben Unrecht erfahren habe oder willentlich betrogen wurde (z .B. um größere Teile meiner Alterssicherung durch Finanzbetrüger) . Doch weil ich mich nicht sonderlich für Verluste interessiere, sondern für das mögliche Neue, habe ich mich daran nicht aufgehalten. So konnte ich (trotz Opferstatus) mehr in Welten schöpferischer Neugestaltung leben, was ich am Ende meiner Tage richtig finden werde. Das wird mir und der Welt vielleicht auch objektiv mehr beschert haben als die Verfolgung von Unrecht. Soweit ich weiß, bin ich dadurch nicht an weiteren Opfern, die mein Einschreiten gebraucht hätten, schuldig geworden. Dies würde mir innerlich Probleme bereiten. aber bin ich als Opfer mit mir im Reinen. Die Täter haben vermutlich ein weniger gnädiges Schicksal. Ich will nicht über sie richten. Dafür interessiert sich meine Seele wirklich nicht.

Andere Seelen interessieren sich für anderes und das erbringt andere Schicksale. Ich meine nicht, dass mein Weg der richtigere ist. Doch muss jeder seinen verantworten, weil es nur das eine Leben zu Leben gilt.

dazu Julia Weber

Lieber Herr Schmid,

Vielen Dank für Ihre umgehende und ausführliche Antwort. Ich habe mich sehr gefreut, dass Sie sich Zeit genommen hatten auf meine Gedankengänge einzugehen.

In ein paar Punkten verstehe ich Ihren Standpunkt jetzt besser. Zu einigen weiteren Aspekten hätte ich natürlich noch viel zu sagen. Doch ich weiss nicht, ob dass nicht zu einer Art Fachsimpelei verkommen würde, Themen, die eher für ein Gespräch als für schriftlichen Erstkontakt geeignet wären ...

Seit vielen Jahren tatsächlich hatte ich von Ihrer Arbeit gehört und mich mit dem Gedanken getragen, Sie einmal persönlich kennen lernen zu wollen.

Am Ende schreiben Sie, ich erlaube zu kürzen: Andere Seelen ... andere Schicksale. Bestimmt ist das so und deswegen finde ich stets interessant, sich mit anderen  Menschen darüber auszutauschen. Gerade auch über die heiklen Grenzen zwischen dem was schicksalshaft gegeben ist, da wo ich kaum Einfluss nehmen kann und den Bereichen, wo es sehr wohl auf meine Haltung, mein Tun und Lassen ankommt - auch im Geiste

Wie mir scheint, kommen wir, Sie und ich, da dann wieder gut auf die selbe Strasse ...

Frau Dr. Luzia Grommes

Lieber Bernd,
 
ich lese gerne deine Blogs und heute ist mir wieder etwas spontan eingefallen. Wieso schreibst du überhaupt etwas dazu, wenn du doch meinst, "aber irgendwie interessiert sich meine Seele nicht für diese Bühnen"......
Recht und Unrecht sind ja auch die Themen dadrum und deshalb  haben ja unsere Anwälte sowiel zu tun, weil wir Menschen da sehr unterschiedliche "Vorstellungen" und Empfindungen haben. Ich habe da meine Erfahrungen  mit familiären Streitigkeiten ..." und versuche immer wieder die Energie da herauszunehmen. Der Satz von deinem Anwalt damals gefällt mir sehr gut.  So ein Theater nur wegen des Geldes, da strenge ich mich lieber an und mache schöne sinnvolle "Gesundheitsseminare", da bekomme ich das Geld "gerne" ...dieses Geld hat eine andere Energie, die mir gut tut und nicht ein eingeklagtes Geld, welches wiederwillig usw. zu mir fließt. Geld ist auch eine Form von Energie.
Opfer und Täter haben mich schon mal persönlich sehr beschäftigt, weil ich sehr intensives Mobbing in meiner Anstellung erlebt habe und dabei viel über mich lernen konnte....meine Biographiearbeit wurde da sehr angeregt. Eigentlich ist der Täter ebenfalls ein Opfer, weil er/sie keinen anderen Weg gehen kann und sich letztlich selbst verletzt. "Die Masken der Niedertracht" ist ein schönes Buch dazu! Warum gehe ich in die Opferrolle und wann war ich auch schon Täter...diese Fragen führen zu ehrlichem Bewußtsein zu sich selbst und einem weiterführenden Umgang damit.

Ich habe in einem Buch gelesen (welches?) wo ein jüdischer Mann sagt, das er Mitgefühl mit denen (Nazis) die seine Familie ermordert haben. Das hat mich sehr beindruckt! Seit dem bin ich vorsichtig mit Urteilen, stehe jedoch immer klarer ein und zwar offen, wenn ich den Eindruck habe (z.B. in meiner Führungsposition, im Familienkreis, Freunde) anderen Menschen wird "Schaden" zugefügt. Die Frage ist eben das Wie - nicht in Anklage.
Bei der Meditation spreche ich zu Anfang einen Satz: "Ich sitze aufrecht um aufrichtig da zu sein" (aus dem Kloster in Würzburg) - mit dieser Haltung kann ich nicht wegkucken und auch nicht so gut versteckter Täter oder Opfer sein, (Ich glaube, wir haben alle beides in uns, die Frage ist, wie gehe ich damit um) sondern möglichst ehrlich und wahrhaftig anderen begegnen. Eine ständige neue Übung und Herausforderung an mich.

Ich freue mich weiterhin gute Anregungen über das Leben im Sinne von "meiner bewußtwerden" zu lesen.

dazu Bernd Schmid

Liebe Luiza!

Meine Seele interessiert sich nicht für die "Gerichtssäle", sonst schon für das Thema Missbrauch und Ausbeutung. Imperialismus und Kolonialismus sind chronische  Kulturseuchen der Menschheit.
Danke für Dein Erzählen aus Deinem Leben und Bemühen.

 
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ISB Schwäne