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Blog 1: Lässigkeit und Gelassenheit (16.04.2008) |
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Heute ist der 16.April 2008 und meine eigenständige Website
ist heute fertig geworden. Jetzt wieder Bernd Schmid neben ISB.
Es ist ein bisschen wie im Privatleben. Die Geburt unseres
Sohnes Peter und die Institutsgründung waren 1984. Unsere Tochter hat zum
Studium ein eigenes Zimmer in Freiburg bezogen. Natürlich sind wir in engem
Kontakt und in Liebe verbunden, doch sie geht mehr und mehr ihrer eigenen Wege
und wir Eltern dürfen das nach 25 Jahren Elternzeit auch wieder etwas mehr. Ein
bisschen Wehmut und ein bisschen Aufatmen.
Das Institut wächst und gedeiht. Zur Zeit Hektik im Haus.
Wir haben eine zweites Gebäude hinten
im Garten dazugekauft haben (Abbruchreif). Die Umgestaltungsarbeiten haben
jetzt begonnen und werden uns noch das ganze Jahr begleiten. Dort sollen ein
Besprechungsraum, Büros und eine weitere Gästewohnung unterkommen.
Man hat mir für meine neue Website einen Blog eingerichtet.
Ich möchte ihn als Tagebuch nutzen und dort gelegentlich
erzählen, was mich beschäftigt. Das können Lebensereignisse sein oder eben auch
Gedanken, die ich mir zu allem Möglichen mache. Z.B. habe ich mich gestern
morgen beim Tennisspiel mit folgendem beschäftigt:
Lässigkeit und Gelassenheit
Mir ist schon länger aufgefallen, wie sehr
Gelassenheit Konzentration und Spieldynamik fördert und wie Lässigkeit sie
zersetzt. Das wissen natürlich andere auch. Bei großen Tennisspielen versuchen
die angehenden Sieger voll konzentriert zu bleiben bis der Matchball durch ist. Dann haut es sie allerdings
gelegentlich vor Entladung von den Füßen. Das Gegenteil wurde mir dieser Tage
von einem Fußballspiel berichtet. Eine deutsche gegen eine spanische
Mannschaft. In der Hauptspielzeit holten die Deutschen in der letzten
Spielminute ihren 0:1 Rückstand auf. In der Verlängerung gingen die Spanier gleich wieder mit 3:1 in
Führung um kurz vor Schluss schon in Triumphgesten zu entspannen. In der
letzten Minute schafften daher die Deutschen den Ausgleich.
Frühreifer Triumph und Überheblichkeit scheinen Gift für das
Funktionieren des Gehirns zu sein. Man fällt aus einer konzentrierten und
flüssigen Leistungsdynamik heraus. Unharmonische Verlangsamung scheint ebenso
wie unharmonische Beschleunigung Fehlfunktionen hervorzurufen. Wenn ich meinen
Tennispartner nicht durch Platzierung ausspielen kann, setze ich auf diese
Karte und beschleunige, möglichst so, dass er es nicht an meinem
Bewegungsmuster erkennen kann. Noch besser wirkt Verlangsamung. Da fällt ihm
die Neurhythmisierung seiner Abläufe noch schwerer. Wäre spannend, darüber mehr
von neurowissenschaftlicher Seite zu erfahren, denn Leistungs- und
Lebensrhythmen sind ein wichtiges Thema.
Solange bis wir darüber mehr wissen denken wir in Haltungen.
Lässigkeit ist manchmal Spiegel einer Anspannung, für die wir keine gute
Antwort finden. Oder eben eine Entspannung, die nicht zur rechten Zeit kommt
und vielleicht etwas mit verfrühtem oder falschem Triumph zu tun hat.
Gelassenheit ist anders: Sie hat eher mit Unaufgeregtheit und Konzentration zu
tun, mit Aufmerksamkeit und stiller Genugtuung. Sie scheint sich gut mit
weiterem Funktionieren, Präsenz und Würdigung zu vertragen.
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