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Blog 10: Sommer-Gold - Von Bernd Schmid 30.07.2008 Drucken E-Mail
Sommer-Gold

Wenn ich jetzt durch die herrliche Hügellandschaft unserer Region fahre, wird mir schon wieder etwas wehmütig. Die meisten Felder sind schon abgeerntet, das Stroh liegt in großen runden Ballen malerisch verteilt zum Abtransport bereit. Zwischen den Stoppeln zeigt sich neues Grün oder es ist schon umgepflügt und der Gründünger ist ausgesät. Es ist ein Glück, dass die Ernte eingebracht ist und unsere unmittelbare Umgebung uns so reich versorgt. Das ist ja nicht überall so. 

Aber jetzt schon? Noch nicht lange sind die  Baggerseen warm genug, dass wir auf unseren abendlichen Radfahrten gerne eine Runde schwimmen. Überall beste Wasserqualität und oft noch ohne Zaun. Auch das ist nicht selbstverständlich. Wie schön ist es doch in Deutschland, wenn das Wetter mitmacht.

Liegt es am älter werden, wenn sich in die Freude das Gefühl von Vergänglichkeit mischt? Oder empfinde ich die Freuden jetzt intensiver, weil mir bewusster wird, wie gefährdet alles ist? Bleibt doch, ihr leichten Sommertage!

Irgendwie neigt sich das Jahr schon wieder gen Herbst. Unsere Planungsgespräche orientieren sich schon wieder an Weihnachten. Waren wir nicht gerade erst beflügelt von den im Wind wogenden Getreidefeldern? Mein alter Freund Heik Portele träumte immer davon, in diesen Wogen zu schwimmen. Er ist schon einige Jahre tot.

Gerarde erst bezauberte uns der goldene Glanz der reifen Ähren. Reales Gold in vielen Schattierungen. Gold, das man essen kann. Nicht irgendwelche Finanzprodukte, deren „Werte“ bestenfalls auf Papier stehen. Jetzt bleiben Mais und Rüben.

Nun ja, es ist ja noch Sommer und den meisten stehen noch Ferienwochen bevor. Wie schön. Ausspannen, durchatmen, mal in Ruhe tun, wozu man sonst nicht kommt. Allerdings, wenn ich’s recht bedenke, war das mit dem Genießen nicht immer so einfach. Die ersten Ferientage oft quälend unausgefüllt [1] : Entlastungsdepression! Erst allmählich innere Ruhe und Freude einfach am Dasein. Das ist besser geworden, vielleicht gerade weil ich mich nicht mehr so im Engagement verliere, öfter mal den kleinen Freuden und ihrer Vergänglichkeit begegne.

Wie dem auch sei: Genießen wir die guten Stunden: Le Bonheur!

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