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Blog 17: Abschied - von Bernd Schmid 24.11.2008 |
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Nun ist unser Sohn Peter 7 Jahre tot. Er war 17 als er am 23. November 2001 tot in unserem Garten lag. Wir haben gelernt damit zu leben. Darüber hinweg kommen, wie es oft heißt, wollen wir gar nicht. Noch immer bluten unsere Herzen, wenn wir spüren, wie sehr er uns fehlt.
Erst letzte Woche geschah das unerwartet in einem Vortrag. Ich sprach gerade davon, dass der Mensch Sinn braucht, dann kann er auch Schweres tragen. Da brandete eine Schmerzwelle an und erstickte für einen Moment meine Stimme. Ich ließ die Zuhörer Anteil nehmen und fuhr dann in meinem Vortrag fort. Niemand störte sich daran, im Gegenteil.
Die Wellen des Schmerzes werden seltener und milder. Waren in den ersten Jahren immer dunkle Wolken an unserem Himmel, so ist er jetzt meist wieder frei. Peter bleibt Teil unseres Lebens. Da ist wohl doch was dran, am Leben in 7-Jahres Phasen.
Die Lebensfreude kehrt zurück. Manchmal, wenn wir an Peter denken, schmunzeln wir auch nur. Da ist die Erinnerung an sein frisches lebenszugewandtes Wesen, an seinen Sinn für Humor.
Einige Zeit nach Peters Tod sahen wir in einer Galerie dieses Bild einer Künstlerin aus der Region: Elsa Hagelskamp. Sie erzählte, wie es zu diesem Motiv kam. Es war eigentlich ein abstraktes Gemälde, das da unter ihren Händen entstand. Erst als es fast fertig war, sah sie plötzlich darin den Jungen und malte, was sie sah. Und so heißt das Bild jetzt auch: Der Junge.
Weil es durch Fügung entstanden war, sollte es eigentlich unverkäuflich sein. Als sie jedoch von unserem Peter hörte, war sie bereit, sich von dem Bild zu trennen. Seither hängt es bei uns. Sie hat „den Jungen“ aber als Cover-Bild auf ihrer Website belassen. So ist es ihr Bild geblieben und es ist unser Bild geworden, ihr Junge und unser Junge. Aus einer anderen Welt aufgetaucht hat er in ihr Bild gefunden. Ist es die Welt, in die Peter entschlüpft ist?
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