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Anfang Mai hatten wir das Symposium Die Kraft von
Imaginationen und Visionen – Perspektiven der Neurobiologie, Psychotherapie
und Beratung (www.meihei.de
)
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| Gerald Hüther, Verena Kast, Luise Reddemann, Gunther Schmidt, Horst Krämer,
Joop Grün und ich referierten aus unseren jeweiligen Perspektiven und doch
entstand ein Gemeinsames, ein integrierendes Erlebnis für uns Referenten und
die Teilnehmer. |
Im Pausen-Gespräch mit Verena Kast und Gunther Schmidt
erwähnte ich eine Frage die Gerald
Hüther 2005 an mich gestellt hatte:
Wie würdest Du das angehende Zeitalter nennen?
Meine Antwort:
ZEITALTER
DER INTEGRATIONSVERANTWORTUNG
„Damit möchte ich die beiden
Hauptmentalitäten zusammenfassen, die bei unseren gegenwärtigen
Herausforderungen benötigt werden und für die wir Kulturen, Denkfiguren,
Inszenierungsdesigns in vielen Dimensionen entwickeln müssen. Mit dualen oder
gar polaren Identitäten und entsprechenden Partialoptimierungen zu Lasten
anderer Perspektiven geht es nicht. Jeder ist verantwortlich, d.h. muss
Integrationsgeeignete Antworten finden, wozu er Integrationsgeeignete Fragen
stellen muss." (meine mail an Gerald 20.12.2005 )
In dieser Situation entfaltete sich die Kraft dieses Wortes INTEGRATIONSVERANTWORTUNG
zwischen uns.
Vielleicht weil uns gerade ein Beispiel gelang. Gunther nahm gleich in der
Einleitung des nächsten Beitrags Bezug darauf: „ Ich kann Bernds Antwort 100
%ig unterstreichen, mit Betonung auf Verantwortung.“
Wir
müssen solche Antworten geben, die uns helfen auseinanderstrebenden Dinge
zusammenzuhalten, neu zusammenzufügen und dabei ins rechte Verhältnis
zueinander zu bringen. Dazu dürfen wir nicht in europäischer Tradition unser
Selbstverständnis auf Abgrenzung aufbauen, dürfen nicht beanspruchen, mit etwas
Neuem, bisher nicht da gewesenem aufwarten zu können. Ich habe dafür in meinem
Aufsatz „Identität und Abgrenzung“ (2004) ein Bild gebraucht: „Die Zusammenstellung macht den Blumenstrauß
einzigartig und nicht der Anspruch, Blumen zu enthalten, die in anderen
Bouquets nicht zu finden sind.“
Es geht um Identität nicht durch Abgrenzung, sondern durch Komposition.
Dazu muss
man sich der geistig-emotionalen Anstrengung unterziehen, auch in einer
fragmentierten Welt nicht in Polaritäten zu flüchten. Es liegt so nahe, die
Welt schwarz-weiß zu zeichnen und sich auf die Lichtseite zu schlagen. Es liegt
so nahe, eine Teilperspektive aufzublähen, um Wichtigkeit zu betonen.
Wir bewegen uns in
einer Zeit, in der Integration Not tut. Mit dem Schüren von Polaritäten und
Einseitigkeiten schädigt man sich und andere. Sie anderen zu überlassen ist ein
Versäumnis.
Das Interview von Christiane Wirtz (SWR) mit Bernd Schmid über Positive Visionen für Wirtschaft und Gesellschaft können Sie hier zum Nachhören downloaden (im mp3-Format)
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