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Blog 2: Zeitalter der Integrationsverantwortung (vom 09.05.2008) Drucken E-Mail

Anfang Mai hatten wir das Symposium Die Kraft von Imaginationen und Visionen – Perspektiven der Neurobiologie, Psychotherapie und Beratung (www.meihei.de )

  Symposion Imaginationen und Visionen 

Gerald Hüther, Verena Kast, Luise Reddemann, Gunther Schmidt, Horst Krämer, Joop Grün und ich referierten aus unseren jeweiligen Perspektiven und doch entstand ein Gemeinsames, ein integrierendes Erlebnis für uns Referenten und die Teilnehmer.

Im Pausen-Gespräch mit Verena Kast und Gunther Schmidt erwähnte ich eine Frage  die Gerald Hüther 2005 an mich gestellt hatte:

Wie würdest Du das angehende Zeitalter nennen?

Meine Antwort:

 ZEITALTER DER INTEGRATIONSVERANTWORTUNG

„Damit möchte ich die beiden Hauptmentalitäten zusammenfassen, die bei unseren gegenwärtigen Herausforderungen benötigt werden und für die wir Kulturen, Denkfiguren, Inszenierungsdesigns in vielen Dimensionen entwickeln müssen. Mit dualen oder gar polaren Identitäten und entsprechenden Partialoptimierungen zu Lasten anderer Perspektiven geht es nicht. Jeder ist verantwortlich, d.h. muss Integrationsgeeignete Antworten finden, wozu er Integrationsgeeignete Fragen stellen muss." (meine mail an Gerald 20.12.2005 )

In dieser Situation entfaltete sich die Kraft dieses Wortes INTEGRATIONSVERANTWORTUNG zwischen uns. Vielleicht weil uns gerade ein Beispiel gelang. Gunther nahm gleich in der Einleitung des nächsten Beitrags Bezug darauf: „ Ich kann Bernds Antwort 100 %ig unterstreichen, mit Betonung auf Verantwortung.“

Wir müssen solche Antworten geben, die uns helfen auseinanderstrebenden Dinge zusammenzuhalten, neu zusammenzufügen und dabei ins rechte Verhältnis zueinander zu bringen. Dazu dürfen wir nicht in europäischer Tradition unser Selbstverständnis auf Abgrenzung aufbauen, dürfen nicht beanspruchen, mit etwas Neuem, bisher nicht da gewesenem aufwarten zu können. Ich habe dafür in meinem Aufsatz „Identität und Abgrenzung“ (2004) ein Bild gebraucht: „Die Zusammenstellung macht den Blumenstrauß einzigartig und nicht der Anspruch, Blumen zu enthalten, die in anderen Bouquets nicht zu finden sind.“

Es geht um Identität nicht durch Abgrenzung, sondern durch Komposition.

Dazu muss man sich der geistig-emotionalen Anstrengung unterziehen, auch in einer fragmentierten Welt nicht in Polaritäten zu flüchten. Es liegt so nahe, die Welt schwarz-weiß zu zeichnen und sich auf die Lichtseite zu schlagen. Es liegt so nahe, eine Teilperspektive aufzublähen, um Wichtigkeit zu betonen.

Wir bewegen uns in einer Zeit, in der Integration Not tut. Mit dem Schüren von Polaritäten und Einseitigkeiten schädigt man sich und andere. Sie anderen zu überlassen ist ein Versäumnis.

Das Interview von Christiane Wirtz (SWR) mit Bernd Schmid über Positive Visionen für Wirtschaft und Gesellschaft können Sie hier zum Nachhören downloaden (im mp3-Format)

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