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Blog 3: Brauchen wir Gutmenschen? Von Bernd Schmid 20.5.2008 Drucken E-Mail

Gutmensch ist in gewissen Kreisen zum Schimpfwort geworden.

Brauchen wir Gutmenschen?

Sicher keine naiven, bzw. solche, die es bleiben wollen, die es beim Einschrauben der Energiesparlampe belassen oder glauben durch ihre meditativ erworbenen good Vibrations allein unsere Gesellschaft heilen zu können.
Unsere Probleme haben andere Dimensionen. 2050 sollen wir über 9 Milliarden Menschen sein. Würden diese auf dem Niveau von Portugal leben, brauchte es dafür die Ressourcen von 5 (in Worten: fünf) Planeten Erde.

Schon heute werden die Ressourcen des leider einzigen Planeten Erde zu 20% übernutzt, was nicht gleich, aber dann doch zum Kollaps führen kann. Während vor 100 Jahren pro Jahr eine Art ausstarb, geschieht dies heute alle halbe Stunde. 2 Grad Erwärmung scheinen nicht viel für uns hier, doch für den Planeten sehr viel.

Zehntausende Opfer der Naturkatastrophen in China und Burma. Das werden Alltagsmeldungen wie die Terroranschläge im nahen Osten. Man gewöhnt sich ja an so vieles.

Die Osterinseln waren ein anschauliches Experimentierfeld. Schon lange bevor der letzte Baum gefällt wurde, war die Katastrophe nicht mehr aufzuhalten. 4000 km von der nächsten Lebensmöglichkeit entfernt, blieb Kannibalismus als letztes Stadium. (Soylent grün lässt grüßen [1] )

Also, wer soll da helfen? Die Cleveren, die Coolen? Die, die immer noch fast ungehindert die Regenwälder industriell abholzen, die Neureichen in Russland oder sonst wo, die in Nobelhotels, bei Kamelrennen oder beim Dahinschweben in Luxuslimousinen ihr Selbstgefühl pflegen? Die Profiteuere und die Zynischen, die immer noch glauben, dass man Geld essen kann? Warum sollte man auch die Auto-Exportmöglichkeiten nach China auslassen? Vielleicht, weil man bei einer Ausstattung wie in den USA 2050 dann dort für Asphalt soviel Fläche braucht wie heute für Reisfelder?

Ich weiß, wenn wir es nicht tun, tun es die anderen.

Ich habe ja auch keine Lösung und tue auch weiterhin, was ich halt kann und lebe, so gut es geht. Doch ich lasse mich schon aufrütteln durch solche Dokumentarfilme [2] , wie sie gestern über die Mattscheibe flimmerten. Denn ehrlich: Ich will gerne ein guter Mensch sein. Keiner, der die Verderbtheit anderer braucht, um sich zu erheben, aber einer, der sich an Grundwerten humanen Lebens und Überlebens orientiert, der diese als Maßstab seines eigenen Lebens und seines Beitrags zur Zivilisation wach hält, der versucht dem eigenen Leben humane Qualitäten zu geben und der dabei bewusste Kompromisse eingeht.

Solche Gutmenschen, ja bitte! Das wollte ich nur mal bekannt haben.

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[1] Science Fiktion Film 1973, siehe Wikipedia Jahr 2022… die überleben wollen

[2] Unser Planet – Wir haben nur einen Planeten -und seine Ressourcen sind begrenzt. (2006) WDR 19.5.2008 22.00 Uhr 

 

 

 
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