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Blog 7: Großes auf kleiner Bühne - Von Bernd Schmid 01.07.2008 |
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Ich war auf seiner Beerdigung!
Mehr aus Verbundenheit mit der Familie und den Menschen hier am Ort. Ein
88jähriger Nachbar, den ich wenig kannte, nur mal so ein paar Worte beim
abendlichen Spaziergang. Er wirkte eher unscheinbar, immer freundlich.
Der Friedhof in Alt-Wiesloch: Die Trauernden singen schließlich „So nimm
denn meine Hände.“ Das heisere kleine Totenglöckchen geleitet ihn hinaus,
alles provinziell.
Und doch groß!
Ich erfahre mehr über den Gestorbenen, von seiner Zeit, Stalingrad,
Vertreibung und schließlich Wurzeln in Alt-Wiesloch, dessen Erde
schließlich seinen Leib aufnimmt. Ich erfahre, ja ich spüre durch die
anwesenden Menschen, durch ihre Worte und ihr Bewegtsein hindurch mehr, von
seiner Aufrichtigkeit, Zuverlässigkeit, seiner Lebensbejahung und
Wissbegierde bis zuletzt.
Jeder nimmt Anteil wie er gerade ist. Es geht nicht um Wirkung nach draußen.
Eine Dame aus seinem Musikverein spielt kratzend Geige zum Harmonium. Und
überall werden Tränen aufgerührt. Ein älterer Herr würdigt das langjährige
Vereinsmitglied, spricht über den Menschen, und was sie in ihm verlieren.
Spricht über Vergänglichkeit und Dankbarkeit. Alles frei und in wohl
gesetzten Worten. Wo könnte man Besseres hören?
Die Pfarrerin, anwesend mit ihrer ganzen Person, unaufdringlich, berührbar,
spricht wirklich zu den Menschen, zu dem, dessen Leib dort im schlichten
Sarg liegt, spricht zu uns allen. Da interessiert kaum, ob man ihren Glauben
teilt. Das ist Seelen- und Gemeindedienst.
Jeder hat das schon mal gehört: „Herr lehre uns, dass wir sterben müssen,
auf dass wir klug werden!“
Die Pfarrerin übersetzt uns
„Mensch, zähle Deine Tage, damit das Herz weit werde!“
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