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		<title>Bernd Schmid spezial</title>
		<description>In Bernd Schmid spezial, dem persönlichen Bereich von Bernd Schmid  finden Sie Professionelles, soweit es nicht schon auf der ISB-Website dargestellt ist. Sie finden aber auch Lebensgeschichtliches, Literarisches und Privates. Wer Bernd Schmid auf diesen Ebenen begegnen möchte, ist auch in diesen Bereichen willkommen.</description>
		<link>http://www.systemische-professionalitaet.de/berndschmid</link>
		<lastBuildDate>Wed, 08 Sep 2010 13:53:30 +0100</lastBuildDate>
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		<item>
			<title>Bernd Schmid spezial</title>
			<link>http://www.systemische-professionalitaet.de/berndschmid/bernd-schmid-profil/frontpage_welcome.html</link>
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Lange war die Website des ISB auch die von Bernd Schmid . Nach Jahren eines gelungenen &amp;Uuml;bergangs wird das ISB heute von vielen Menschen getragen und repr&amp;auml;sentiert. Bernd Schmid ist in leitender Funktion weiterhin dabei. Doch gleichzeitig entstand die Notwendigkeit und die Freiheit, sich neben dem ISB als Weiterbildungseinrichtung eigenst&amp;auml;ndig zu definieren. 


In Bernd Schmid spezial, dem pers&amp;ouml;nlichen Bereich von Bernd Schmid  finden Sie Professionelles, soweit es nicht schon auf der ISB-Website dargestellt ist. Sie finden aber auch Lebensgeschichtliches, Literarisches und Privates. Wer Bernd Schmid auf diesen Ebenen begegnen m&amp;ouml;chte, ist auch in diesen Bereichen willkommen. 


Eine &amp;Uuml;bersicht finden sie auf der Sitemap Bernd Schmid spezial 

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			<category>Frontpage Inhalt - Bernd Schmid - Profil</category>
			<pubDate>Mon, 31 Mar 2008 12:15:18 +0100</pubDate>
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			<title>Blog 51: Laster und Talente - Von Bernd Schmid 08.09.2010</title>
			<link>http://www.systemische-professionalitaet.de/berndschmid/bernd-schmids-blog/blog-51.html</link>
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&amp;bdquo;Wir sind immer die Ruine von gestern und die Baustelle f&amp;uuml;r morgen; nie das fertige Haus!&amp;ldquo;[1 (#1)]

Gift ist eine Frage der Dosis, sagt man. Jedes Talent wird zum Laster, wenn es nicht entwickelt ist oder zu dominant wird. Ob man die Laster, zu denen man neigt, ausmerzen soll, ist fraglich. Eher veredeln und richtig platzieren, denn es steckt vermutlich ein Talent darin. Aus Neurosen Charakter machen ist schon immer mein Wahlspruch gewesen.


Ich kam aus einer wenig sensiblen Familie, in der sich nie jemand f&amp;uuml;r mein Innenleben oder gar Psychologie &amp;uuml;berhaupt interessiert h&amp;auml;tte. Ich war also auch nicht erzogen, mit anderen mitzuf&amp;uuml;hlen, nach dem Erleben und der Weltsicht anderer zu fragen, ja mich auch nur daf&amp;uuml;r zu interessieren. Nomen est omen: Schmid - der homo faber, der Werkzeugmacher. Ich wollte Probleme l&amp;ouml;sen, hatte auch schnell L&amp;ouml;sungsideen und entwickelte gerne mentale Werkzeuge, Konzepte und Methoden aller Art. Dass diese nicht immer auf Gegenliebe stie&amp;szlig;en und ich nicht die erwartete Anerkennung erhielt, war eine frustrierende Tatsache, die zu verstehen mich mehr interessiert h&amp;auml;tte, wenn ich nicht die damit bei mir aktivierten Minderwertigkeitsgef&amp;uuml;hle durch allerlei Rationalisierungen oder schlichtes Verdr&amp;auml;ngen h&amp;auml;tte in Schach halten m&amp;uuml;ssen.

In den fr&amp;uuml;hen 1970er-Jahren  kam ich mit Gruppendynamik und Psychotherapie in Kontakt. Vielleicht als Kontrast zu meiner Herkunft und auf der Suche nach Erg&amp;auml;nzung f&amp;uuml;r meine holprigen Eigenarten war ich fasziniert und machte alle Moden psychologischer Ans&amp;auml;tze, die in der Heidelberger Szene besonders bunt waren, mit. Mit diesen Psycho-Moden kamen eben auch manche alternativ-dogmatische Vorstellungen vom Menschen auf, die jedem &amp;uuml;bergest&amp;uuml;lpt werden sollten. Um mich von herrschenden Meinungen nicht vereinnahmen zu lassen,  konnte ich die Dickfelligkeit, die ich auf meinen Weg mitbekommen hatte, gut gebrauchen. Dennoch belastete mich mancher zuerst freundliche, dann massiver werdende Versuch, mich in Kontakt mit intensiven Gef&amp;uuml;hlen und fr&amp;uuml;hen Entbehrungen zwecks St&amp;ouml;rungsbeseitigung in Kontakt zu bringen. 

Erl&amp;ouml;sung brachten mir dann eher positive W&amp;uuml;rdigungen, wie ich sie bei TA-Lehrern erfahren durfte. Bob Goulding, Fanita English, Jacqui Schiff, Mike Brown und Ruth McClendon fallen mir als Beispiele ein. Statt Erst wenn ... : First you are OK! Then you can develop! 

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			<category>Frontpage Inhalt - Bernd Schmids Blog</category>
			<pubDate>Tue, 07 Sep 2010 15:26:53 +0100</pubDate>
		</item>
		<item>
			<title>Blog 50: Schuld und systemisch - Von Bernd Schmid 15.7.2010</title>
			<link>http://www.systemische-professionalitaet.de/berndschmid/bernd-schmids-blog/blog-50.html</link>
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Als w&amp;auml;re der Tag nicht schon hei&amp;szlig; genug, erreicht mich heute die Mail eines Kollegen mit ihm offenbar brennenden Fragen:

Wie gehen Systemiker mit Schuld um? Und kennt systemische Beratung &amp;uuml;berhaupt einen Schuldbegriff? Inwieweit unterscheidet der sich von strafrechtlicher Schuldzuweisung?  Gibt es aus systemischer Sicht theoretische Konzepte, Regeln, Analyseraster, Vorgehensweisen, um der Identifikation von Schuld und Verantwortung - oder genauer Verursachung - n&amp;auml;her zu kommen?

Sicher w&amp;auml;ren diese Fragen ausf&amp;uuml;hrliche Untersuchungen wert. Dazu habe ich im Moment nicht die Kraft, und es ist auch viel zu hei&amp;szlig; dazu. Ich antworte aus meinem direkt greifbaren Gedankengut. Also O-Ton, denn letztlich stehen solche Mosaiken von Ideen, Erfahrungen und Meinungen f&amp;uuml;r unsere konkrete Wirkung. 
In den 1970er und 1980er Jahren fl&amp;uuml;chteten sich nicht wenige Systemiker in Neutralit&amp;auml;t, was sie mit der Relativit&amp;auml;t von Wirklichkeit begr&amp;uuml;ndeten. Oder war es vielleicht eher umgekehrt? Fl&amp;uuml;chteten sich Werte- oder Bindungsunsichere, Rebellische und/oder Belastete in eine Neutralit&amp;auml;tszone, f&amp;uuml;r die sie systemische Rechtfertigungen nutzten? Von begeisternden Zeitgeiststr&amp;ouml;mungen ergriffen erlaubte sich die Szene manche Naivit&amp;auml;ten und &amp;Uuml;berheblichkeiten. Ich erinnere mich an die Kontextvergessenheit eines namhaften Systemikers, der Managern Neutralit&amp;auml;tshaltungen predigte und deren Einw&amp;auml;nde, dass sie daf&amp;uuml;r nicht bezahlt w&amp;uuml;rden, f&amp;uuml;r Anschauungstr&amp;auml;gheit hielt. 

Dann kam das Postulat (von Heinz v. F&amp;ouml;rster?): Handle so, dass sich die Anzahl der Optionen vergr&amp;ouml;&amp;szlig;ert! - eine Art Freiheitsmythologie, die mehr Freiheit von als Freiheit f&amp;uuml;r betonte. Gut, was die Verengung der Evolution jeder Art betrifft. Unzureichend f&amp;uuml;r die Orientierung in unserer Multioptionsgesellschaft. Schlie&amp;szlig;lich merkte man, dass die Inflation der Deutungsm&amp;ouml;glichkeiten und der inflation&amp;auml;ren Einbeziehung m&amp;ouml;glicher Zusammenh&amp;auml;nge auch zur Blasenbildung einlud. Die Herstellung von intelligenter &amp;Uuml;bersichtlichkeit und Handlungsf&amp;auml;higkeit wurde als Herausforderung wieder deutlich. Damit kehrte die Frage der wertgeleiteten Auswahl der Pr&amp;auml;missen mit Implikationen und Konsequenzen zur&amp;uuml;ck. Jede gew&amp;auml;hlte Wirklichkeit wird an der ausgesonderten Wirklichkeit schuldig. Manchmal dachte ich, das k&amp;ouml;nnte man &amp;bdquo;Erbs&amp;uuml;nde&amp;ldquo; nennen. Doch schon der Begriff Schuld weckt oft empfindliche Reaktionen, von S&amp;uuml;nde ganz zu schweigen. Aber: Kein Grund zu schlechten Gef&amp;uuml;hlen, vielmehr zum Streit &amp;uuml;ber Werte oder wenigsten Priorit&amp;auml;ten. 

Wir brauchen Menschen mit &amp;Uuml;berzeugungen und sollten reflektierte &amp;Uuml;berzeugungsgemeinschaften pflegen. Dass es die Wahrheit nicht gibt, ist in unseren Sph&amp;auml;ren mittlerweile trivial. Dennoch f&amp;auml;llt es vielen Menschen schwer, pers&amp;ouml;nlich absolut &amp;uuml;berzeugt zu sein, ohne in Weltanschauungsimperialismus zu verfallen. Reichen ihnen Gewissheiten nicht? M&amp;uuml;ssen es Wahrheiten sein?

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			<category>Frontpage Inhalt - Bernd Schmids Blog</category>
			<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 12:40:14 +0100</pubDate>
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			<title>Blog 49: Fliegenbeine und Elefanten - Von Bernd Schmid 22.06.2010</title>
			<link>http://www.systemische-professionalitaet.de/berndschmid/bernd-schmids-blog/blog-49.html</link>
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&amp;bdquo;Wir machen auch aus Fliegenbeinen Elefanten!&amp;ldquo; Das sage ich gelegentlich zur Ermutigung, wenn ein Gegen&amp;uuml;ber unsicher ist, ob sein m&amp;ouml;glicher Beitrag etwas hergibt. 
Das kann aber auch so klingen, als w&amp;uuml;rden wir unabh&amp;auml;ngig vom Realit&amp;auml;tsgehalt irgendwas Beliebiges erfinden. Erfinden stimmt meist, denn gestaltende Gespr&amp;auml;che bringen Dinge hervor, die oft wenig mit der Ausgangsrealit&amp;auml;t zu tun haben. L&amp;auml;sst sich eine objektive Ausgangsrealit&amp;auml;t &amp;uuml;berhaupt bestimmen? Auch ein gutes Gespr&amp;auml;ch ergr&amp;uuml;ndet die Ausgangslage mit all seinen Herk&amp;uuml;nften und Hintergr&amp;uuml;nden meist nicht vollst&amp;auml;ndig. Kommt es darauf &amp;uuml;berhaupt an? Oder kommt es auf die entstehende Wirklichkeit an, f&amp;uuml;r die eben etwas zur Ausgangsrealit&amp;auml;t erkl&amp;auml;rt wird?  Die Wirklichkeit jedes Menschen steckt voller Bedeutungsgebungen und kreativer Interpretationen, die weniger &amp;uuml;ber Faktisches als &amp;uuml;ber individuelle Verarbeitungsmechanismen und Bezugsrahmen erz&amp;auml;hlen. 

Es ist oft erstaunlich, dass dieselbe Situation in der Schilderung anderer Beteiligter nicht wiederzuerkennen ist. Gut, dass ich nicht von der Justiz bin und eine objektive oder gerechte Beurteilung vornehmen muss. Ich kann mich ganz in den Dienst befreiender und weiterf&amp;uuml;hrender Perspektiven stellen, darf also zusammen mit dem Gegen&amp;uuml;ber eine Geschichte erfinden, die ihn st&amp;auml;rkt und seinen Beitrag zur Welt befruchtet. 

Soweit so gut. Aber entfernen wir uns damit nicht doch zu weit von sogenannten Realit&amp;auml;ten? Entstehen nicht Einbildungen, die jederzeit verfliegen k&amp;ouml;nnen und wieder der Realit&amp;auml;t Platz machen m&amp;uuml;ssen? Aquaplaning auf der Stra&amp;szlig;e der Realit&amp;auml;t? Aber was ist Realit&amp;auml;t und wie real sind Artefakte?

Dieser Tage habe ich eine Wissenschaftssendung zum Thema Handystrahlen und Gesundheit gesehen. Interessant war, dass weniger physikalische Tatsachen wirken als Einstellungen und Annahmen der Probanden. Die Tatsache, ob eine Strahlungsquelle aktiv war oder nicht, machte weniger Unterschiede als die Annahme der Probanten, ob eine Attrappe strahlungsaktiv sei oder nicht. Die als aktiv angenommene Attrappe bewirkte nicht nur Unbehagen, sondern k&amp;ouml;rperlich nachweisbare Beeintr&amp;auml;chtigungen bei sensiblen Testpersonen. Das passt zu Placeboforschungen, die zeigen, dass der Glaube an ein Medikament naturwissenschaftlich nachweisbare Wirkungen haben kann, selbst &amp;bdquo;get&amp;uuml;rkte&amp;ldquo; Gelenkoperationen konnten &amp;auml;hnlich gute Ergebnisse bringen wie tats&amp;auml;chliche. Auch die  Hypnoseforschung zeigt, dass Schmerzlinderung durch Hypnose nicht nur auf Aufmerksamkeitssteuerung beruht, sondern die Gehirnprozesse bez&amp;uuml;glich Schmerz weiterreichend ver&amp;auml;ndert. 

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			<category>Frontpage Inhalt - Bernd Schmids Blog</category>
			<pubDate>Tue, 22 Jun 2010 09:35:19 +0100</pubDate>
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			<title>Blog 48: Titan(ic)s - Von Bernd Schmid 01.06.2010</title>
			<link>http://www.systemische-professionalitaet.de/berndschmid/bernd-schmids-blog/blog_48_titanics.html</link>
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Oft sitze ich mit Lehrtrainern zusammen und lasse mir aus unseren Weiterbildungsgruppen f&amp;uuml;r Professionelle und deren Organisationen erz&amp;auml;hlen. Da sind erfreulicherweise die derzeit Erleichterten und Begl&amp;uuml;ckten, denen neues Arbeiten gelingt und die im Lebensgef&amp;uuml;ge vieles neu in Balance bringen. Neue Kompetenzen und Haltungen, ver&amp;auml;nderte Rollen und Funktionen erm&amp;ouml;glichen bessere Passung, berufliche Entwicklungen, in denen Eigenarten und Passionen Platz finden.

Daneben sind Professionelle oft auch extrem belastet. Da ist der Kollege, der den ersten Seminartag braucht, um aus einer turbulenten Arbeit &amp;uuml;berhaupt im Seminar an- und zur Besinnung zu kommen. Da ist die Kollegin, deren Chef morgens um 6 Uhr privat anruft, um noch zus&amp;auml;tzliche Anweisungen f&amp;uuml;r den Tag zu geben oder sonntags per Email Auftr&amp;auml;ge erteilt, die bis Montagmorgen erledigt sein sollen. Da ist der Kollege, der sich damit konfrontiert sieht, dass wegen l&amp;auml;nger bekannter Ausf&amp;auml;lle von mehreren Kollegen alles auf seinem Schreibtisch landet. Seine Ansage an den Chef, dass dies nicht zu machen sei, wird mit hilfloser Gro&amp;szlig;z&amp;uuml;gigkeit beantwortet: Dann lassen Sie halt einige Themen weg! F&amp;uuml;r Kl&amp;auml;rungen wo und wie hat dieser leider keine Kraft. Er ist selbst heillos &amp;uuml;berlastet. Und wer wird verantwortlich gemacht, wenn dann Maschen herunterfallen? 
Da ist die 35j&amp;auml;hrige, die nach Monaten der Rehabilitation wegen Burnout einen Weg ins Arbeitsleben zur&amp;uuml;ck sucht. Da ist die Kollegin, deren immer wieder aufgeschobener Kinderwunsch letztlich unerf&amp;uuml;llt bleiben wird. Da ist der Manager, dessen Fortkommen im Unternehmen fraglich wird, da er sich weigert mit Frau und Kindern nach Shanghai umzuziehen.

Hei&amp;szlig;t &amp;bdquo;au&amp;szlig;ertariflich&amp;ldquo; heute eigentlich schutzlos gegen&amp;uuml;ber Ausbeutung?

Klar! Wir m&amp;uuml;ssen am Weltmarkt konkurrenzf&amp;auml;hig sein (Um jeden Preis? Und wer eigentlich? In welchen Disziplinen? In wessen Interesse?). Aber muss soviel oft besinnungslos anmutender Druck sein? In unseren Weiterbildungen sitzen doch eh Leute, denen Leistung und Professionalit&amp;auml;t etwas bedeuten. Kann man kein Vertrauen in ihre eigenen Anspr&amp;uuml;che haben?

Wenn krasse Schilderungen die Ausnahmen blieben, und man sich dabei &amp;uuml;ber Normalit&amp;auml;t und vern&amp;uuml;nftiges Ma&amp;szlig; verst&amp;auml;ndigen k&amp;ouml;nnte, kein Problem. Doch Belastungen werden zum Dauerstress, Probleme zu Dilemmata.[1 (#1)] Was mich betroffen macht, ist die epidemische Ausbreitung solcher Verh&amp;auml;ltnisse und dass Irrwitz schleichend zur Selbstverst&amp;auml;ndlichkeit mutiert. Dass Menschen sich notgedrungen oder verf&amp;uuml;hrt willig an (Selbst-) Ausbeutung beteiligen, entlastet nicht von Verantwortung derer, die missbr&amp;auml;uchliche Verh&amp;auml;ltnisse inszenieren oder dulden.

Dazu kommt, dass vieles bei n&amp;auml;herem Hinsehen nicht wirklich zu Leistung f&amp;uuml;hrt! 
Sollen Hektik und &amp;bdquo;hei&amp;szlig;e Luft&amp;ldquo; oft nicht vorrangig  Angst und Selbstwertzweifel vertreiben? Jagd nach Kick und Schein, weil Wert- und Haltgebende Ma&amp;szlig;st&amp;auml;be verloren gehen. Grips, Herzblut und volles Engagement der Ernsthaften werden auch tats&amp;auml;chlich oft Makulatur, weil es im Umfeld an strategischer Klugheit, Timing, umsichtigem Umgang mit Ressourcen und Ankoppelung an komplement&amp;auml;re Prozesse fehlt. Am Ende zu oft: Au&amp;szlig;er Spesen nichts gewesen! Und dann wieder: Ein neues Spiel, ein neues Gl&amp;uuml;ck? Weil bisherige Fehlversuche teuer waren, sollen jetzt gr&amp;ouml;&amp;szlig;ere R&amp;auml;der noch schneller gedreht werden. 

Und Lernen aus Erfahrung? Sich bescheiden und vorsichtiges Experimentieren wegen Unsicherheit und Risiko? Wird das gew&amp;uuml;rdigt, ermutigt? Oder sind Nachhaltigkeit und Verantwortung f&amp;uuml;r Ressourcen, auch f&amp;uuml;r die Lebenskraft von Professionellen nur Schlagw&amp;ouml;rter? Will man ohne Bodenpflege ernten was geht, auch wenn der Boden schleichend verw&amp;uuml;stet wird?

Klar! Der Mensch ist vielleicht eben nicht das Vernunftwesen, das wir gerne in ihm sehen wollen. Dennoch sollten wir den Versuch nicht aufgeben. Vielleicht hilft ja die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Wenn gute Kr&amp;auml;fte immer schwieriger zu finden sind und wenn diese Anspr&amp;uuml;che an Lebensqualit&amp;auml;t bei der Arbeit erheben, dann kommen vielleicht die Organisationen zum Zug, die mit leistungs- und lebensfreundlicher Organisationskultur ernst machen.[2 (#2)] 

Ach ja! Warum  eigentlich Titan(ic)s? 

Dieser Begriff fiel mir speziell zu jungen, begabten, engagierten Professionellen ein. Gerade sie scheinen immer h&amp;auml;ufiger und fr&amp;uuml;her auszubrennen. Sie entwickeln Ohrger&amp;auml;usche, Kreislaufprobleme, Schlafst&amp;ouml;rungen, k&amp;ouml;rperliche und psychische Symptome aller Art oder Depressionen. Potentielle Titanen, die schon mit einem Eisberg kollidiert sind oder sich auf bedenklichem Kurs befinden. Sie k&amp;ouml;nnten ein eigenes Netzwerk bilden und unter Artgenossen mit unserer Unterst&amp;uuml;tzung,  Balance zu finden, ihre Navigation &amp;uuml;berpr&amp;uuml;fen, sich auf eine ges&amp;uuml;ndere Verwirklichung ihrer Werte und Lebensziele besinnen. 

F&amp;uuml;r uns alle habe ich eine Phantasie: In jedem B&amp;uuml;ro h&amp;auml;ngt eine Tafel mit Geboten (und Verboten), die uns daran erinnert, welche Regeln im Umgang mit einander und in F&amp;uuml;hrungsbeziehungen gelten sollten. Nicht dass man sich sklavisch daran halten m&amp;uuml;sste, aber damit wieder klar wird, was vern&amp;uuml;nftig und anst&amp;auml;ndig ist und was nicht. 

Wir w&amp;uuml;rden uns &amp;uuml;ber Mails freuen, in denen uns Vorschl&amp;auml;ge zu Geboten und Verboten gemacht werden. Was soll verboten sein, weil es an Kraft, Wohlbefinden und Sinnfindung zehrt? Was soll geboten sein, weil es aufbaut, entsch&amp;auml;digt, zu sich finden l&amp;auml;sst? Gerne d&amp;uuml;rfen dazu auch Beispiele und Begebenheiten erz&amp;auml;hlt werden. Vielleicht l&amp;auml;sst sich das in eine Liste Do`s und Dont`s mit flatternden Schw&amp;auml;nen dar&amp;uuml;ber verarbeiten, die wir dann gerne zur Verf&amp;uuml;gung stellen.


[1]http://www.systemische-professionalitaet.de/isbweb/index.php?option=com_docman task=doc_download gid=553 (http://www.systemische-professionalitaet.de/isbweb/index.php?option=com_docman task=doc_download gid=553))
Dilemmata, &amp;Ouml;konomie und &amp;Ouml;kologie im Umfeld unserer Profession - Bernd Schmid 1993 (http://www.systemische-professionalitaet.de/isbweb/index.php?option=com_docman task=doc_download gid=436 (http://www.systemische-professionalitaet.de/isbweb/index.php?option=com_docman task=doc_download gid=436)) 
Dilemma-Kulturzirkel - Bernd Schmid
(http://www.systemische-professionalitaet.de/isbweb/index.php?option=com_docman task=doc_download gid=486 (http://www.systemische-professionalitaet.de/isbweb/index.php?option=com_docman task=doc_download gid=486))
[2]http://perspektive-blau.de/artikel/0809b/0809b.htm (http://perspektive-blau.de/artikel/0809b/0809b.htm))
Personalarbeit - auf der Suche nach dem menschlichen Ma&amp;szlig; - Bernd Schmid (http://www.systemische-professionalitaet.de/isbweb/index.php?option=com_docman task=doc_download gid=501 (http://www.systemische-professionalitaet.de/isbweb/index.php?option=com_docman task=doc_download gid=501))


&amp;bull; Wenn Sie diesen Blog kommentieren m&amp;ouml;chten schreiben Sie an schmid@systemische-professionalitaet.de.
&amp;bull; Wenn Sie fr&amp;uuml;here Blogs oder anderes von Bernd Schmid lesen wollen: www.bernd-schmid.com.
&amp;bull; Wenn Sie diesen Blog abonnieren wollen:
&amp;bull; Wenn Sie das ISB-Wiesloch kennenlernen bzw. News aus dem ISB einsehen oder abonnieren wollen: www.isb-w.de.
&amp;bull; Wenn Sie das forum humanum kennenlernen oder News des forum humanum abonnieren wollen:
http://www.forum-humanum.eu.


Kommentare zum Blog


Frau Christiane G&amp;eacute;rard


Witsum, den 3.Juni 2010

Lieber Bernd,
kennst du das weite Wattenmeer der Nordsee? Eine unendliche
Projektionsfl&amp;auml;che f&amp;uuml;r den meditativen Wanderer!
Und so erging es mir gestern bei unserem sechsst&amp;uuml;ndigen Weg von F&amp;ouml;hr nach
Amrum- 7 km &amp;uuml;ber das Watt und anschlie&amp;szlig;end &amp;uuml;ber den breiten und 12km langen
Kniepsand bis zum Hafen der Insel. Im Kopf bewegten mich dein letzter Blog
(Titanics), mein bisher vergeblicher Versuch, einen Verlag f&amp;uuml;r mein SHT-Buch
zu finden, die Absagen der Verlage zur Ver&amp;ouml;ffentlichung meines
Schlafmonsters, die brotlose Kunst meines hochbegabten Malerbruders
Cornelius- dann auf der anderen Seite das Erleben der jetzigen &amp;bdquo;Lena-Manie&amp;ldquo;
und wieder auf einer anderen Seite die erfreute Verwunderung &amp;uuml;ber den
vermehrten Ruf nach &amp;bdquo;Frau K&amp;auml;smann for president&amp;ldquo; und die Diskussionen &amp;uuml;ber
die Kriterien f&amp;uuml;r das neue Amt ( aktuell beim Schreiben erfahre ich entsetzt
gerade den Wahlvorschlag:
Herr Wulf! Mannomann!. 
Und wie die kleinen Wasser&amp;auml;derchen im Watt zu gr&amp;ouml;&amp;szlig;eren zusammenflie&amp;szlig;en, um
sich dann in einem Pril zu vereinen, so sammelten sich meine Gedanken
allm&amp;auml;hlich zu einem Mainstream von Fragen wie:
-    auf wen h&amp;ouml;rt man, die Gesellschaft?
-    Wer hat Einfluss?
-    Wer oder was pr&amp;auml;gt wie Geist und Kultur?
-    Wodurch wird etwas zum Mainstream und anderes versickert?
-    Was brauchen die kunstvollen, vielsagenden Bilder meines Bruders,
was
brauchen die so stimmigen und relevanten Ideen und Gedanken eines Bernd
Schmids, damit sie in ihrer Bedeutung besser, schneller und tiefgr&amp;uuml;ndiger
wahrgenommen und wirksam werden k&amp;ouml;nnen?
-    Was macht die Kraft aus, die Bedeutsamkeit transportiert?
-    Was braucht es, um Bedeutsames &amp;uuml;ber l&amp;auml;ngere Zeit als
gesellschaftsbestimmend zu bewahren? Gerade die letzten politischen Krisen
(z.B. Bankenkrisen) zeigen, wie rasch die Notwendigkeiten, Ver&amp;auml;nderungen zu
initiieren und durchzuf&amp;uuml;hren, wieder im Sande versickern.
-    Braucht es heute andere Kr&amp;auml;fte als fr&amp;uuml;her, wenn welche?

Auch im Watt sind Prile verschwunden und an anderen Stellen wieder
aufgetaucht. Die Orientierung an alten Orten kann zu Verirrungen f&amp;uuml;hren.
Muss ich mich jetzt an diesen neuen Mainstreams orientieren? Muss ich mich
angesichts der Komplexit&amp;auml;t von Ursache und Wirkungszusammenh&amp;auml;ngen der
Gezeiten und der Str&amp;ouml;me bescheiden, immer den jeweiligen Mainstreams zu
folgen und meine individuelle Bahn nur innerhalb des mir bleibenden
Einflussgebietes zu ziehen, das nur Tropfen in dem Ganzen bleiben wird?
Im Watt ist die Antwort auf diese Frage klar: ein gr&amp;ouml;beres Abweichen vom
Hauptweg w&amp;uuml;rde unweigerlich zum Ertrinken f&amp;uuml;hren.

Wie s&amp;auml;he die von dir in deinem Blog geschilderte Situation des ausgebeuteten
Managers in meinem Wattbild aus?: Die Menschen w&amp;auml;ren durch die Wattf&amp;uuml;hrer
und ihre Institutionen gezwungen, immer rascher das Watt zu durchqueren,
obwohl Ebbe und Flut dies zeitlich nicht hergeben. Die Leute st&amp;uuml;nden also
immer &amp;ouml;fter bis zum Kopf im Wasser, manche w&amp;uuml;rden ertrinken, andere
fortgerissen von Strudeln und reissenden Str&amp;ouml;men, viele w&amp;auml;ren bald sehr
ersch&amp;ouml;pft.
W&amp;uuml;rden deine Projekte etwas gegen diese Wattf&amp;uuml;hrer und ihre Institutionen
ausrichten k&amp;ouml;nnen? Wenn du die Leute mit Schwimmwesten, Schwimmanz&amp;uuml;gen und
Ankern ausr&amp;uuml;sten w&amp;uuml;rdest, so dass sie gegen den Strom schwimmen oder in ihm
bestehen k&amp;ouml;nnten- w&amp;auml;re ihnen dann geholfen, w&amp;uuml;rde sich etwas an der
menschenunw&amp;uuml;rdigen und widernat&amp;uuml;rlichen Art, das Watt zu &amp;uuml;berqueren &amp;auml;ndern?
W&amp;uuml;rde vielleicht langfristig das &amp;Uuml;berleben dieser gut ausger&amp;uuml;steten und gut
versorgten Wattl&amp;auml;ufer eine neue Wattwanderkultur ausl&amp;ouml;sen? 

Und so weiter.. Wenn du Lust hast und das Bild f&amp;uuml;r dich passt, kannst du es
weiter ausmalen &amp;ndash; oder ausmalen lassen..... 


Frau Regine Martin 


Lieber Bernd, 

es gibt wenig hinzuzuf&amp;uuml;gen, zu dem, was Du schreibst und gut dass Du den Strau&amp;szlig; von Themen aufgreifst, die da zusammenh&amp;auml;ngen. 

Es ist ein Ph&amp;auml;nomen unserer Zeit, dass in der ganzen, un&amp;uuml;berschaubar erscheinenden Komplexit&amp;auml;t unserer Welt die Sehnsucht nach &amp;Uuml;berschaubarkeit und Kontrolle einfach da ist, st&amp;auml;rker wird und sicherlich noch weiter deutlich zunehmen wird. Die Tendenz zur Zentralisierung in vielen Unternehmen (nach jahrelang gegenl&amp;auml;ufigen Prozessen in Richtung Dezentralisierung) zeugt von dieser Sehnsucht. Die j&amp;uuml;ngsten Ereignisse in unserem politischen Umfeld zeugen ebenfalls davon. Die Dinge geraten ordentlich aus den Fugen und die Ratlosigkeit ist gro&amp;szlig;. Es gibt, passend zur Globalisierung keine global orientierten, bef&amp;auml;higten oder beauftragten Institutionen oder Instanzen&amp;hellip; schon gar keine demokratisch gew&amp;auml;hlten, beauftragten&amp;hellip; alles, was passiert, scheint Zuf&amp;auml;llen, beliebigen Dynamiken, zuf&amp;auml;llig agierenden Personen &amp;uuml;berlassen. Es erscheint wie ein gro&amp;szlig;es Gl&amp;uuml;cksspiel, ob die richtigen Leute eventuell zum richtigen Zeitpunkt mit hilfreichen Ideen und L&amp;ouml;sungsans&amp;auml;tzen am richtigen Ort sitzen und die Chance haben, etwas zu bewegen&amp;hellip; Und es ist ein Gl&amp;uuml;ck, wenn die andere Seite der Gambler und Zocker, derjenigen, die immer noch glauben, sie k&amp;ouml;nnten sich auf Kosten des Systems bereichern und dies &amp;uuml;berleben, wenn die sich nicht durchsetzen&amp;hellip; das erzeugt bei sehr vielen Menschen auf einer weniger bewussten Ebene sehr viel Stress und Angst.

In einem solchen Kontext versucht dann eben fast jede/r das zu tun, was er als hilfreich f&amp;uuml;r die jeweilige Situation oder auch nur f&amp;uuml;r sich selbst einordnet. Selbst unser bisheriger Bundespr&amp;auml;sident hat ja keine andere M&amp;ouml;glichkeit der L&amp;ouml;sung mehr gesehen und gefunden, als die, sich auf h&amp;ouml;chst eigenartige Weise davonzumachen. Ich glaube in einem solchen Kontext sind &amp;Auml;ngste, Verzweiflung, Depressionen, Energieverluste, Ausgebranntheit, Dilemmata, irrationale Entscheidungen und Verhaltensweisen&amp;hellip; L&amp;ouml;sungsversuche, die vielleicht nicht wirklich hilfreich aber durchaus verstehbar sind. Eigentlich ist das nicht so ertaunlich, wenn auch alles andere als gut und hilfreich&amp;hellip; Das k&amp;ouml;nnte ausf&amp;uuml;hrlicher und umfassender diskutiert und mit zahlreichen Beispielen erg&amp;auml;nzt werden&amp;hellip; aber was hilft es letztlich. Wir k&amp;ouml;nnen eben meist nur in unserem unmittelbaren Umfeld Dinge beeinflussen und bewegen.

Meine pers&amp;ouml;nliche L&amp;ouml;sung ist, mir die neueseten neuropsychologischen Forschungsergebnisse zunutze zu machen und meinem Repertoire an Methoden die Arbeit mit dem Z&amp;uuml;rcher Ressourcenmodell, dem adaptiven Unbewussten, dem Rubikon Prozess, den somatischen Markern&amp;hellip; hinzuzuf&amp;uuml;gen. Das hilft mir selbst und meinen Klienten sehr bei der Arbeit an den eigenen Selbststeuerungskompetenzen. Wenn ich meine Umwelt nur bedingt oder nicht steuern und gestalten kann, dann ist es gut, mich selbst besser steuern zu k&amp;ouml;nnen. Ich bin am Zweifeln in wieweit Regeln helfen. Ich wei&amp;szlig; aber dass Haltungsziele und der achtsame Umgang mit somatischen Markern f&amp;uuml;r die Selbststeuerung von gro&amp;szlig;er Bedeutung sind.

Ich selbst habe schon vor l&amp;auml;ngerer Zeit gemerkt, dass ich immer wieder in Dilemmata und  Fast-Burnouts  hinein geriet&amp;hellip; Es ist mir Gott sei Dank bisher immer wieder gelungen, aus dem jeweilgen Dilemmazirkel auszusteigen und umzusteigen in einen L&amp;ouml;sungszirkel oder vor dem Burnout die Notbremse zu ziehen &amp;hellip; :-))) Ich habe selbst (und auch mit Klienten) daran gearbeitet, lange nach guten M&amp;ouml;glichkeiten gesucht, damit l&amp;ouml;sungsorientiert umzugehen&amp;hellip; und ich habe alle meine M&amp;ouml;glichkeiten ausgesch&amp;ouml;pft, um in einem guten Sinne arbeits- und leistungsf&amp;auml;hig bleiben zu k&amp;ouml;nnen. Seit ich mit dem ZRM arbeite, helfen mir gute Haltungsziele (und  wohladaptive neuronale Netze  im Sinne meiner  Absichten .-))) mich selbst so zu steuern, dass der letzte Anflug von Burnout Gott sei Dank schon eine Weile her ist. Eines meiner Haltungsziele:  von Katzen kann ich noch was lernen!  - und das stimmt!



Herr Daniel Schultz-Amling 



Hallo Bernd!

Bei den von Dir aufgef&amp;uuml;hrten Beispielen fallen mir spontan folgende Regeln ein, die sch&amp;ouml;n w&amp;auml;ren, wenn sie in solchen Firmenkulturen (wieder) Beachtung
f&amp;auml;nden:

*  Wir respektieren die pers&amp;ouml;nlichen Grenzen des Anderen. 
==&amp;gt; Private Anrufe schon morgens um 6 Uhr oder am Wochenende mit dienstlichen Auftr&amp;auml;gen zeugen f&amp;uuml;r mich davon, dass in den Beziehungen keine Grenzen mehr respektiert werden. Auch werden die Regeln des Arbeitsvertrags (der ja u.a. eine Wochenarbeitszeit  Leistung gegen Gehalt  vereinbart) verletzt. Komischerweise wundert sich die Gesellschaft dann, wenn unsere Kinder und Jugendlichen keine Grenzen und Regeln mehr kennen bzw. beachten - sie bekommen es aus der Wirtschaft doch mit vorgelebt!

*  Jeder &amp;uuml;bernimmt die Verantwortung f&amp;uuml;r sich und seinen Schreibtisch - angefangen beim Vorstand. 
==&amp;gt; Egal, wo ich hingucke, fast &amp;uuml;berall liegt in Firmen nicht wahrgenommene Verantwortung herum, die dann meist von den Leuten zuerst aufgehoben und an sich genommen wird, die daf&amp;uuml;r nicht zust&amp;auml;ndig sind. Hier braucht es nicht nur in den Firmen sondern gesamtgesellschaftlich eine Diskussion, wo welche Verantwortung hingeh&amp;ouml;rt und wer sie wie wahrnehmen sollte (und wer welche Verantwortung strikt ablehnt, weil sie wo anders hingeh&amp;ouml;rt). Wenn also wie ich es auch aus meinem Freundeskreis kenne zig (unbezahlte, nat&amp;uuml;rlich) &amp;Uuml;berstunden geleistet werden, nicht nur weil Kollegen krank sind, sondern erst gar nicht eingestellt wurden/werden, nimmt das Unternehmen die Verantwortung der Arbeits- und Personalplanung nicht wahr. Und was viele F&amp;uuml;hrungskr&amp;auml;fte bis zum Vorstand gerne vergessen: sie sind pers&amp;ouml;nlich haftbar, wenn sie den Mitarbeiter nicht nach sp&amp;auml;testens 10 Stunden nach Hause schicken und hier ihre F&amp;uuml;rsorgepflicht verletzen. 

Allerdings gilt die Verantwortungssache auch f&amp;uuml;r jeden pers&amp;ouml;nlich: ich bin mit daf&amp;uuml;r verantwortlich, wenn ich meine Grenzen verletzen lasse oder wenn ich die Verantwortung, die an anderer Stelle nicht wahrgenommen wird stellvertretend zu mir nehme! Bis sich so ein System &amp;auml;ndert k&amp;ouml;nnen wir noch lange warten, aber jeder Einzelne kann im eigenen Bereich anfangen zu r&amp;uuml;tteln.

*  Wir &amp;uuml;ben uns in L&amp;ouml;sungsorientierung. 
==&amp;gt; Bis heute werden ja in vielen Unternehmen gerne Schuldige gesucht und in der problematischen Vergangenheit gew&amp;uuml;hlt - mit dem Ergebnis, dass a) sich nichts &amp;auml;ndert, b) die  Schuldigen  versetzt, entlassen oder gemobbt werden und c) die andauernden  Gerichtssaalspiele  j&amp;auml;hrlich Milliarden an Produktivit&amp;auml;t verbrennen. Entsprechend verhindert genau dies eine offene Kommunikationskultur, in der Kritisches angesprochen und &amp;uuml;ber Verantwortung gesprochen werden kann. Wie sch&amp;ouml;n w&amp;auml;re es, wenn sich eine l&amp;ouml;sungs- und ressourcenorientierte Kultur noch mehr verbreiten w&amp;uuml;rde, wo sehr wohl Probleme angesprochen werden, die gemeinsam angegangen werden, ohne dass die  Ansprecher  schief angeguckt werden.

Ich bin gespannt, was Du noch an R&amp;uuml;ckmeldungen erh&amp;auml;ltst. 


Frau Dominique Ren&amp;eacute; Fara

Hallo Bernd,

vielen Dank f&amp;uuml;r den immer wieder sch&amp;ouml;nen Blog! Du fragtest nach Punkten, die auf einer Liste f&amp;uuml;r die B&amp;uuml;ros stehen k&amp;ouml;nnten

Hier der f&amp;uuml;r mich wichtigste Punkt:

Es wird sehr h&amp;auml;ufig die Geschwindigkeit mit dem Ziel verwechselt.

(Soll hei&amp;szlig;en: Insbesondere in gro&amp;szlig;e Konzernen geht es immer darum besonders schnell und korrekt zu reagieren, es geht viel weniger darum, was das Ziel hinter der Aktion ist. Bzw. manchmal ist das Ziel einfach nur die eigene Angreifbarkeit so gering wie m&amp;ouml;glich zu halten, jedoch nicht die Optimierung des Unternehmenserfolgs.)

Meine absolute &amp;Uuml;berzeugung ist es, dass wir wesentlich weniger Stress h&amp;auml;tten und dabei viel mehr Erfolg (Output), wenn die Ziele klar w&amp;auml;ren und jede Aufgabe daraufhin kontrolliert w&amp;uuml;rde, ob das Ziel mit der Aktion verfolgt wird und ggf. ob es die beste Aktion zur Verfolgung des Ziels ist. Mit anderen Worten Effektivit&amp;auml;t und Effizienz zur Zielerreichung.


Frau Rieke Engelhardt

Lieber Bernd,
ich teile die Beobachtung. 
Mein  Gegenmittel  ist die Netzwerkbildung und die Verbreitung von (er)Kenntnissen &amp;uuml;ber das Wesen eines Profitbetriebes und seiner Akteure zum Aufbau und Ausbau des Selbstschutzes.

Mit den Regeln tue ich mich schwer, vielleicht, weil ich immer h&amp;auml;ufiger mit der Forderung nach Regeln im Sinne von Checklisten konfrontiert werde.
Bewusst Forderung und nicht Wunsch. Die Idee, die dahinter steckt: Wenn ich Regeln habe, wei&amp;szlig; ich wie es geht und muss weder denken noch f&amp;uuml;hlen. Ich befolge einfach, was auf dem Papier steht und dann stimmt es. Das Erwartungsmanagement, dass dann folgt ist ein schwerer Prozess der Konfrontation, der immer wieder auch meine Professionalit&amp;auml;t in Frage stellt.
Schlie&amp;szlig;lich gibt es Regeln auf dem Markt der Ratgeberb&amp;uuml;cher. Im Sinne von H&amp;uuml;ther sind Regeln f&amp;uuml;r mich  Au&amp;szlig;enskelett . Innenskelett ist Haltung.
Sp&amp;uuml;ren, dass es passt, ansprechen, wenn es nicht passt. Sich nicht verbiegen oder nur gegen verhandelte Gegenleistung. Kann man das aufschreiben?
Vielleicht kann man es malen, ein Symbol finden, Bilder in die K&amp;ouml;pfe pflanzen...



Frau Martina Onorato


Lieber Bernd (ich hoffe, das Wiesloch &amp;bdquo;Du&amp;ldquo; ist in Ordnung und erlaubt?!),

schon zu Deinem BLOG &amp;bdquo;Verg&amp;auml;nglichkeit&amp;ldquo; wollte ich Dir schreiben, fand dann aber doch nicht die Mu&amp;szlig;e dazu..

Genie&amp;szlig;e es sehr, im Kontrast zu all dem wachstumsorientierten Streben in meinem t&amp;auml;glichen &amp;ndash;wirtschaftsgepr&amp;auml;gten- Kontext immer mal wieder Deine nachdenklichen, nach innen gekehrten Worte und Gedanken zu lesen..

Seit dem Tod meines Vaters im letzten Herbst hat mein Leben einen ganz neuen &amp;bdquo;Beigeschmack&amp;ldquo; bekommen &amp;ndash; ein leises &amp;bdquo;Moll&amp;ldquo;&amp;hellip; AN vielen Stellen aber auch tiefere Bewu&amp;szlig;t-heit und Genie&amp;szlig;en-K&amp;ouml;nnen.

Jedenfalls: Danke Dir, mich in deinem Blog an Deinen Gedanken und Seelenbewegungen teilhaben zu lassen!

Eng damit verbunden und daraus entstanden auch meine Anregung zur geplanten &amp;bdquo;do&amp;rsquo;s   dont&amp;rsquo;s&amp;ldquo; Liste: auch in dauerndem Getrieben-sein unterwegs frage ich mich immer wieder, manchmal mehrmals t&amp;auml;glich: &amp;bdquo;Was ist wirklich wesentlich (f&amp;uuml;r meine Ziele)? Bzw. Was gescheiht, wenn ich &amp;hellip; NICHT tue?&amp;ldquo;

(Ein Kollege erz&amp;auml;hlte sogar neulich von dieser Frage als Intervention, innerhalb eines Coachings in enger zeitlicher Taktung wiederholt..)

Mir hilft das, wenn ich zu sehr in &amp;bdquo;R&amp;ouml;del-Trance&amp;ldquo; gerate, mich wieder zu &amp;bdquo;erden&amp;ldquo; und auf&amp;rsquo;s Wesentliche zu besinnen..  


Herr Oliver Bir&amp;uuml;kof 

Lieber Bernd, 

vielen Dank f&amp;uuml;r Deinen letzten Blogartikel. 

Mit meinen jungen 28 Jahren sehe ich in meiner Generation genau diese kritischen Situationen meiner Mitmenschen, die sich nahe der Selbstaufgabe befinden. Mich selbst muss ich auch immer wieder nach meiner Navigation, meinen Werten und meinen Zielen fragen. 
Die Schwierigkeit dabei ist doch, dass wir es in unserer Gesellschaft/in unseren Organisationen nicht lernen diese Fragen zu stellen. Uns selbst diese Fragen zu stellen. Und erst recht nicht, wie wir auf die Fragen befriedigende Antworten finden k&amp;ouml;nnen... 

Deshalb m&amp;ouml;chte ich meine Anteilnahme und mein Engagement zu diesem Thema anzeigen. Sollte es eine Art Netzwerkbildung unter jungen Professionellen geben, bin ich gerne bereit eine aktive Rolle einzunehmen. 
Dieses Thema brennt mir selbst unter den N&amp;auml;geln und ich denke, dass die Inhalte meiner Selbstst&amp;auml;ndigkeit darauf ausgerichtet sein werden, genau die von Dir angesprochenen Fragen zu stellen.

Als Do&amp;acute;s f&amp;uuml;r F&amp;uuml;hrungskr&amp;auml;fte sehe ich:
- Wertsch&amp;auml;tzung f&amp;uuml;r geleistete Arbeit.
- Einladung zu sch&amp;ouml;pferischen und sinnhaften Beitragen als F&amp;uuml;hrungsaufgabe.
- Wahrnehmen von Potentialen und Einsatzm&amp;ouml;glichkeiten jeder einzelnen Person.
- Delegation von Teilverantwortung und Teilleitung.
- Unternehmungen als Beitrag zu unserer Gesellschaft. 
- Vertrauen in die Motivation des Mitarbeiters etwas zur Gesamtleistung beitragen zu wollen. 
- Jede F&amp;uuml;hrungskraft hat die Aufgabe eine Definition von GENUG und Zufriedenheit zu beschreiben - damit Ziele realistisch werden.
- Was ist unser Kernprozess, welchen Sinn macht unsere Aufgabe? Was k&amp;ouml;nnen wir deshalb weglassen? 

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			<category>Frontpage Inhalt - Bernd Schmids Blog</category>
			<pubDate>Tue, 01 Jun 2010 09:58:59 +0100</pubDate>
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