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		<title>Bernd Schmid spezial</title>
		<description>In Bernd Schmid spezial, dem persönlichen Bereich von Bernd Schmid  finden Sie Professionelles, soweit es nicht schon auf der ISB-Website dargestellt ist. Sie finden aber auch Lebensgeschichtliches, Literarisches und Privates. Wer Bernd Schmid auf diesen Ebenen begegnen möchte, ist auch in diesen Bereichen willkommen.</description>
		<link>http://www.systemische-professionalitaet.de/berndschmid</link>
		<lastBuildDate>Tue, 07 Feb 2012 15:12:30 +0100</lastBuildDate>
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			<title>Bernd Schmid spezial</title>
			<link>http://www.systemische-professionalitaet.de/berndschmid/bernd-schmid-profil/frontpage_welcome.html</link>
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Lange war die Website des ISB auch die von Bernd Schmid . Nach Jahren eines gelungenen &amp;Uuml;bergangs wird das ISB heute von vielen Menschen getragen und repr&amp;auml;sentiert. Bernd Schmid ist in leitender Funktion weiterhin dabei. Doch gleichzeitig entstand die Notwendigkeit und die Freiheit, sich neben dem ISB als Weiterbildungseinrichtung eigenst&amp;auml;ndig zu definieren. 


In Bernd Schmid spezial, dem pers&amp;ouml;nlichen Bereich von Bernd Schmid  finden Sie Professionelles, soweit es nicht schon auf der ISB-Website dargestellt ist. Sie finden aber auch Lebensgeschichtliches, Literarisches und Privates. Wer Bernd Schmid auf diesen Ebenen begegnen m&amp;ouml;chte, ist auch in diesen Bereichen willkommen. 


Eine &amp;Uuml;bersicht finden sie auf der Sitemap Bernd Schmid spezial 

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			<category>Frontpage Inhalt - Bernd Schmid - Profil</category>
			<pubDate>Mon, 31 Mar 2008 12:15:18 +0100</pubDate>
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			<title>Blog 76: Geben und Nehmen - Von Bernd Schmid 03.02.2012</title>
			<link>http://www.systemische-professionalitaet.de/berndschmid/bernd-schmids-blog/blog76.html</link>
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Wenn Sie diesen Blog in gr&amp;ouml;&amp;szlig;erer Schrift lesen m&amp;ouml;chten, klicken Sie bitte hier (http://www.systemische-professionalitaet.de/isbweb/component/option,com_docman/task,doc_download/gid,1859/).

Ein Dilemma kommt selten allein.
 
Heute in den Nachrichten: Die Vertreter Griechenlands w&amp;uuml;rden &amp;bdquo;in geradezu herrischer Weise&amp;ldquo; mehr Hilfe durch die anderen europ&amp;auml;ischen L&amp;auml;nder verlangen. Stirnrunzeln! 
Ist es nicht so, dass von Griechenland wesentliche Zusagen nicht eingehalten werden? War nicht schon bei Griechenlands Aufnahme in die Solidarit&amp;auml;t der EU Betrug im Spiel? Wieso sollen es imperialistische Attit&amp;uuml;den sein, wenn Geber verlangen, dass das Fass einen Boden bekommt? Wie kann es sein, dass die Reichen Griechenlands dort gescheffeltes Geld ins Ausland verschieben, w&amp;auml;hrend andere die hinterlassenen L&amp;ouml;cher stopfen sollen? 
 
Da regen sich Reaktionen, wie wir sie auch sonst aus Beziehungen kennen. Was im konkreten Fall Griechenlandhilfe als gerecht, vern&amp;uuml;nftig oder human angesehen werden muss, m&amp;ouml;chte ich offen lassen. Spannend finde ich, dass hier vielleicht ein Paradox zum Ausdruck kommt, das man auch bei Auseinandersetzungen um Anrechte, Anspr&amp;uuml;che und Entgegenkommen in anderen Beziehungen beobachtet kann: Einige, die am wenigsten beitragen, wenn Suppe gekocht wird, beeilen sich, mit m&amp;ouml;glichst gro&amp;szlig;en Tellern beim Austeilen derselben zur Stelle zu sein. Oft stellen die, die nicht wirklich reichlich beigetragen haben, die h&amp;ouml;chsten Anspr&amp;uuml;che an das, was geworden ist bzw. an die anderen in der Gemeinschaft. Diese Anspr&amp;uuml;che werden mit Verbissenheit vorgetragen und aus einer erstaunlichen Geschichtsschreibung abgeleitet. Abenteuerliche Rechnungen werden aufgemacht, bei denen die tats&amp;auml;chlichen K&amp;ouml;che schlecht und die Suppenpiraten gut wegkommen. Das ruiniert auf Dauer Gro&amp;szlig;z&amp;uuml;gigkeit und Friedfertigkeit der geduldigsten K&amp;ouml;che. Statt dass sie ihre Beitr&amp;auml;ge gew&amp;uuml;rdigt sehen, werden ihnen Ausbeutung, Missbrauch oder gar Betrug unterstellt. Wird da nicht durch ein Haltet den Dieb! die Aufmerksamkeit fehlgelenkt? 
 
M&amp;uuml;sste der Vorteilnehmer nicht irgendwo wissen, wie ungerechtfertigt seine Haltung ist? Darf die Scham dar&amp;uuml;ber nicht zu Bewusstsein kommen? W&amp;uuml;rde er sich erst recht erniedrigt f&amp;uuml;hlen? Er m&amp;uuml;sste sich die eigenen M&amp;auml;ngel, die eigene Anma&amp;szlig;ung und das Profitieren von anderen eingestehen. Wird hingegen die Gro&amp;szlig;z&amp;uuml;gigkeit der Geber als (zumindest moralisches) Herrschaftsgebaren interpretiert, k&amp;ouml;nnen sich die Nehmer mit dem eigenen Opferstatus und Anspr&amp;uuml;chen auf Wiedergutmachung besch&amp;auml;ftigen. Durch L&amp;auml;rm soll vermieden werden, dass all dies offensichtlich wird, und dass man es bei diesen Rahmensetzungen nicht auf Augenh&amp;ouml;he schafft. Stattdessen auch noch die Gro&amp;szlig;mut der Geber anzuerkennen, w&amp;uuml;rde den Gesichtsverlust - auch vor sich selbst- so versch&amp;auml;rfen, dass man selbst viel Gro&amp;szlig;mut brauchte, um dennoch gerecht zu bleiben. Kann dies -psychologisch betrachtet- in einer solchen Lage erwartet werden? 
 
Bei den Gebern, k&amp;ouml;nnte man denken, w&amp;auml;re die Lage komfortabel. Dies stimmt vielleicht bez&amp;uuml;glich der materiellen Lage. Denn wer bisher gut Suppe kochen konnte, wird dies auch weiterhin k&amp;ouml;nnen und tun, selbst wenn er viel abgibt. Doch wie ist die Seelenlage? &amp;bdquo;Was soll&amp;rsquo;s?&amp;ldquo; k&amp;ouml;nnten die Geber eigentlich sagen und der Sache ihren Lauf lassen. Doch will man diesem Treiben Vorschub leisten? Wer will sich schon &amp;uuml;bervorteilen lassen? Sollte man dem Einhalt gebieten, auch wenn dies ein heikles Unterfangen ist? Lohnt es, seine Kr&amp;auml;fte dabei zu verzehren? Eigentlich nicht. Aber will man auch noch eine erlebte Imagebeschmutzung hinnehmen? Dann wird einem doppelt genommen. Aber, wie sich wehren, ohne die unfruchtbare Auseinandersetzung fortzusetzen und den Schaden noch zu vergr&amp;ouml;&amp;szlig;ern? Zwar h&amp;auml;tte man zun&amp;auml;chst gerechte Motive, doch m&amp;uuml;sste man den weiteren Schaden mitverantworten, weil man ja wei&amp;szlig;, wohin das f&amp;uuml;hrt. Denn: &amp;bdquo;Im Rechthaben verharren f&amp;uuml;hrt zu Unrecht&amp;ldquo;[1 (#1)] Eine loose-loose-Situation innerhalb der entstandenen Optionen und f&amp;uuml;r beide Seiten, ein Dilemma[2 (#2)]. 
 
H&amp;auml;tte man das verhindern k&amp;ouml;nnen? Ein klarer Umgang mit dem Geldbeutel erh&amp;auml;lt die Freundschaft, sagt der Volksmund. Doch soll man wirklich in Freundschaftsbeziehungen rechnen? Muss denn alles kommerzialisiert werden? Eher nicht, doch wenn Geben und Nehmen nicht irgendwie ausgeglichen wird, gehen Freundschaften eben auch baden. Alles muss irgendwo seinen Ausgleich finden. Man kann guten Gewissens von Beziehungs&amp;ouml;konomie sprechen. Wer das verteufelt, muss mal n&amp;auml;her nachschauen, welche seiner &amp;bdquo;zwischenmenschlichen Gesch&amp;auml;fte&amp;ldquo; unter der Ladentheke abgewickelt werden sollen. Helm Stierlin spricht vom Verrechnungsnotstand[3 (#3)]. Gro&amp;szlig;z&amp;uuml;gigkeit allein ist keine L&amp;ouml;sung, sondern ein Holzweg, den man leicht aus Bequemlichkeit, &amp;Uuml;berlegenheitsneigungen oder falsch verstandener Selbstlosigkeit zu gehen bereit ist. Also besser, man kl&amp;auml;rt fr&amp;uuml;hzeitig mit sich und untereinander, wie es mit Geben und Nehmen und mit der Augenh&amp;ouml;he steht. Dabei geht es nicht unbedingt um Kommerz. Neben Geld gibt es viele Ma&amp;szlig;einheiten, in denen gerechnet werden kann, und viele W&amp;auml;hrungen, die dabei z&amp;auml;hlen. Man sollte sich verst&amp;auml;ndigen, was f&amp;uuml;r wen wie z&amp;auml;hlt, sonst stimmen die Rechnungen nicht und erst recht nicht &amp;uuml;berein. W&amp;auml;hrungen, f&amp;uuml;r es die &amp;uuml;blichen Preisschilder nicht gibt, sind z.B. Kreativit&amp;auml;t, Aufmerksamkeit, Hingabe, W&amp;uuml;rdigung, Solidarit&amp;auml;t, Treue, Engagement oder Mut. Ich jedenfalls, traue solchen, deren Rechnungen ich kenne und die meine kennen, mehr als solchen, die die Augen davor verschlie&amp;szlig;en und vielleicht in untergr&amp;uuml;ndigen Buchhaltungen Gl&amp;auml;ubigerpositionen aufbauen. Stehe ich selbst zu dem, was ich aus der Beziehung nehmen will, dann k&amp;ouml;nnen wir gemeinsam mit unseren Bilanzen umgehen und so einer Entgleisung der Beziehung vorbeugen. Manchmal gibt eine Beziehung auch weniger als erwartet, dann muss man auch damit umgehen. Sonst zahlen alle irgendwie drauf. Und das zerst&amp;ouml;rt, was die Beziehung sein kann.


[1]Originalton Spr&amp;uuml;che aus dem ISB-Wiesloch (http://www.systemische-professionalitaet.de/isbweb/component/option,com_docman/task,doc_download/gid,209/) (pdf-Datei zum Download)
[2]024 Macht und Ohnmacht in Dilemmasituationen - B. Schmid u. J. Hipp 1998 (http://www.systemische-professionalitaet.de/isbweb/component/option,com_docman/task,doc_download/gid,426/) und 191 Zwickm&amp;uuml;hlen - Oder: Wege aus dem Dilemmazirkel - B. Schmid u. K. J&amp;auml;ger 1986  (http://www.systemische-professionalitaet.de/isbweb/component/option,com_docman/task,doc_download/gid,578/)
[3]Helm Stierlin: Gerechtigkeit in nahen Beziehungen- Systemisch-therapeutische Perspektiven  (http://www.carl-auer.de/programm/978-3-89670-501-3) 


&amp;bull; Wenn Sie diesen Blog kommentieren m&amp;ouml;chten schreiben Sie an schmid@isb-w.de (Generell gilt, dass wir uns frei f&amp;uuml;hlen, Zuschriften zum Thema dort ganz oder auszugsweise mit Namen zu ver&amp;ouml;ffentlichen, es sei denn sie sind als privat oder anonym markiert).
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			<category>Frontpage Inhalt - Bernd Schmids Blog</category>
			<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 11:19:34 +0100</pubDate>
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			<title>Blog 75: Selbsterzählung - Von Bernd Schmid 13.01.2012</title>
			<link>http://www.systemische-professionalitaet.de/berndschmid/bernd-schmids-blog/blog75.html</link>
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Wenn man eine Pflanze zuviel gie&amp;szlig;t, kann sie vertrocknen. Die Wurzeln faulen.
 
Schon l&amp;auml;nger wollte ich ein Blog zu &amp;bdquo;Selbsterz&amp;auml;hlung &amp;uuml;ber alles!&amp;ldquo; schreiben. Es kam irgendwie nicht dazu. Darin wollte ich kritisch fragen, ob soviel Selbstreflexion und Selbsterkl&amp;auml;rung, wie das in manchen Kreisen &amp;uuml;blich geworden ist, wirklich hilfreich ist. Wird da nicht des Guten zu viel getan? 
Nat&amp;uuml;rlich sollte man gelegentlich in seinen Geldbeutel schauen, ob man mit der Geldwirtschaft auf der richtigen Spur ist, oder man sollte sich im Bekannten-und Freundeskreis umsehen, ob man mit den Richtigen unterwegs ist und ob man ihnen gen&amp;uuml;gend und die richtige Aufmerksamkeit schenkt. Aber doch nicht bei jeder Geldausgabe oder bei jeder Verabredung. 
Klar! Viele Menschen reflektieren und besprechen zu wenig, wie sie sich verstehen und welche Vorstellungen sie von gelingendem Leben haben. Da wird des Guten zu wenig getan. Aber man kann auch &amp;uuml;bertreiben. 
 
Ich erinnere mich, dass ich in den ersten Jahren meiner Freiberuflichkeit h&amp;auml;ufig ausgerechnet habe, wie viel ich verdiene. Irgendwann habe ich erkannt, wie zwanghaft das ist und von einem Psychoanalytiker als Angstabwehr eingesch&amp;auml;tzt w&amp;uuml;rde. Tats&amp;auml;chlich war ich sachlich nicht unsicher, ob ich genug verdiene, wahrscheinlich eher, ob ich als Mensch etwas wert bin. Doch wenn bez&amp;uuml;glich Verdienen herauskam, was ich eh schon zigmal gerechnet hatte, hat mich das tats&amp;auml;chlich irgendwie entlastet. Solche st&amp;auml;ndige Best&amp;auml;tigungen sollen Zweifel vertreiben, was sie vordergr&amp;uuml;ndig auch leisten. Doch sie n&amp;auml;hren irgendwie auch Zweifel. Man sagt sich damit ja auch, dass man soviel Best&amp;auml;tigung n&amp;ouml;tig hat. 
 
Einmal erkannt, war mir diese Zwanghaftigkeit dann doch nicht so recht und ich wollte mir diesen Reflex abgew&amp;ouml;hnen. Dabei war ich freundlich zu mir und erlaubte mir mit Augenzwinkern eine &amp;bdquo;kleine Zw&amp;auml;ngelei&amp;ldquo;, wenn mir danach war. So kam ich nicht in &amp;bdquo;Entw&amp;ouml;hnungsstress&amp;ldquo;. Diese Selbsttherapie half und lie&amp;szlig; mich nach und nach das Interesse an dieser Gewohnheit verlieren. 
 
Austausch &amp;uuml;ber Selbstverst&amp;auml;ndnisse ist wichtig. Es ist oft hilfreich und f&amp;ouml;rdert authentische Begegnungen, wenn man Selbsterz&amp;auml;hlungen von Menschen, auch denen, die im Subtext durchscheinen, zuh&amp;ouml;rt und darauf Resonanz gibt. Wenn&amp;rsquo;s passt, kann man den anderen auch darin best&amp;auml;rken, sich mehr zu zeigen und Resonanz einzuladen. Manche haben wirklich Nachholbedarf, mal unverstellt zu sagen, als wer sie sich verstehen, wie sie gesehen werden wollen, was sie sich als St&amp;auml;rken zurechnen, wo sie Schw&amp;auml;chen sehen, wo sie allein nicht mit &amp;Auml;ngsten und Zweifeln fertig werden, welche Ambitionen sie versteckt halten oder gerne f&amp;uuml;r sich in Anspruch nehmen wollten[1 (#1)]. Wenn man darauf eingeht, direkt oder indirekt, dann f&amp;uuml;hlt sich der andere verstanden, gew&amp;uuml;rdigt und angeregt. Da k&amp;ouml;nnen Momente von Intimit&amp;auml;t entstehen, die Beziehungen n&amp;auml;hren.
 
Doch wenn jemand weit h&amp;auml;ufiger als es Neues zu berichten oder zu verstehen gibt, als er Neugierde und Wunsch nach Anteilnahme wecken kann, sich dar&amp;uuml;ber ausbreitet, wer er derzeit ist , wie er sich gerade versteht, wenn er fast beschw&amp;ouml;rend versucht sicherzustellen, dass andere seine Ansicht teilen, oder, dass sich alles wie gew&amp;uuml;nscht weiterentwickelt, dann beginne ich mich zu langweilen. Und es passiert etwas Paradoxes: Ich werde immer geiziger mit Best&amp;auml;tigung und positiven Angeboten. Ich f&amp;uuml;hle mich mehr als Spiegelst&amp;auml;nder benutzt, denn als Spiegel wertgesch&amp;auml;tzt. Das ist nicht leicht anzusprechen, sollte aber doch mal gesagt werden d&amp;uuml;rfen. 
 
Bei einem Besuch im Frieder Burda Museum, Baden Baden wurde durch das monumentale Bild &amp;bdquo;Essence&amp;ldquo; von Anselm Kiefer[2 (#2)] das Thema wieder wach.
Dort geht es um die Balance zwischen Essenz und Existenz. Jeder bringt Essenz mit bzw. sie entwickelt sich. Da geht es ums So-Sein und ums Begreifen der eigenen Seinsweise. Auf der anderen Seite sind wir zur Existenz aufgerufen, uns selbst zu entwerfen, unsere Pers&amp;ouml;nlichkeit, unser Weltverst&amp;auml;ndnis, unser Berufsleben, unsere Zugeh&amp;ouml;rigkeiten. Eine Freiheit, die uns von au&amp;szlig;en nicht mehr so verwehrt wird, wie dies fr&amp;uuml;her der Fall war. Doch auch ein Stress. Wer soll man in dieser Multioptionsgesellschaft werden? Was soll man ber&amp;uuml;cksichtigen, was weglassen? Viele st&amp;ouml;hnen unter der Verantwortung f&amp;uuml;r ein gelingendes Leben. Muss man das Risiko &amp;bdquo;zu versagen&amp;ldquo; jetzt selbst tragen? Allein kann das keiner. Da braucht man andere, die einen spiegeln, helfen sich zu erfinden, die Unsicherheiten mittragen. Dazu muss man sich anvertrauen, sich auf Beziehungen einlassen. Doch wie bei anderen Intimit&amp;auml;ten, ist dabei nicht unbedingt viel gewonnen, wenn man die Flucht nach vorne antritt. H&amp;auml;ufigkeit, Art und Weisen, Begegnungsbereitschaft m&amp;uuml;ssen ins rechte Ma&amp;szlig; kommen, m&amp;uuml;ssen auch gelernt sein. Bekennertum allein bringt nur Banalit&amp;auml;t, kann zur Gewohnheit, gar zur Sucht werden. Da ist kein wirkliches Risiko, weil man eh alles schon kennt. Und da w&amp;auml;ren wir wieder bei den Zwanghaftigkeiten. Aber eben auch beim augenzwinkernden freundlichen Umgang damit. Wir k&amp;ouml;nnen bez&amp;uuml;glich Selbstreflexion und Identit&amp;auml;tssuche in Begegnungen wieder w&amp;auml;hlerischer werden, wann wir was mit wem teilen. Wir k&amp;ouml;nnen unterscheiden, was Gewohnheit und was Wagnis zur Intimit&amp;auml;t ist. Es t&amp;auml;te dem lebendigen Umgang mit Selbstbetrachtungen und Spiegelung in Beziehungen vielleicht gut. 
 
 


[1]Blog 69: Gr&amp;ouml;&amp;szlig;enphantasien - Von Bernd Schmid 30.06.2011 (bernd-schmids-blog/blog69.html) 
 
[2]http://www.museum-frieder-burda.de/Ausstellungen.9.0.html  (http://www.museum-frieder-burda.de/Ausstellungen.9.0.html) 

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			<category>Frontpage Inhalt - Bernd Schmids Blog</category>
			<pubDate>Fri, 13 Jan 2012 10:48:54 +0100</pubDate>
		</item>
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			<title>Blog 74: Hoffen und Verdichten - Von Bernd Schmid 16.12.2011</title>
			<link>http://www.systemische-professionalitaet.de/berndschmid/bernd-schmids-blog/blog74.html</link>
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Sind Sie eher zuversichtlich? Sehr, sehr! 

Sagt der Kulturwissenschaftler George Steiner (88): Jeden Tag fast kommen die Wunder. Vor zwei Wochen wurde z.B. die Genetik der Malaria entschl&amp;uuml;sselt. Bald wird man Millionen Menschen heilen k&amp;ouml;nnen. 

Dann erz&amp;auml;hlt er davon, dass V&amp;ouml;lker oft nach Jahrzehnten der Kulturd&amp;uuml;rre pl&amp;ouml;tzlich neue Musiker, Wissenschaftler Politiker und &amp;Ouml;konomen von Format hervorbringen, ohne dass man dies aus dem bisherigen Verlauf der Geschichte h&amp;auml;tte erwarten k&amp;ouml;nnen: Wir verstehen sehr wenig vom Zauber der Neuerwachung[1 (#1)]. 
 
Als sehr sehr zuversichtlich beschreibt sich dieser alte Herr in Zeiten, in denen so vieles den Bach runter zu gehen scheint. Das klingt so anders als wenn gesagt wird, dass es bei uns nie eine Generation gab und vermutlich nie wieder geben wird, die in solcher Sicherheit, in solch m&amp;ouml;glichem Wohlstand lebt, wie wir &amp;auml;lteren.
Als Jude ist seine Haltung vielleicht gegr&amp;uuml;ndet in langer Tradition von gleichzeitiger Endzeitstimmung und Heilserwartung. Doch auch Quantenphysik und Chaosforschung sagen, dass der Zusammenhang von gestern und heute, aber auch von heute und morgen unbestimmt, ja letztlich unbestimmbar ist. Egal wie es war, es kann anders werden. Egal was zu erwarten ist, es kann auch anders kommen.
 
C&amp;egrave; sempre la speranza! sagte Toni, unser italienischer G&amp;auml;rtner, als wir &amp;uuml;ber die Krankheit unseres Sohnes Peter sprachen. Die Hoffnung stirbt zuletzt! 

Unser Sohn ist nun seit 10 Jahren tot. Also Fehlanzeige in Sachen Hoffnung?

Manfred Spitzer betont, dass Lebensbelastungen dann zum Problem werden, wenn man nicht mehr wei&amp;szlig; wof&amp;uuml;r. Ich habe heute wieder klar, was es in den n&amp;auml;chsten Jahren f&amp;uuml;r mich sein kann. Das gibt mir Gesundheit und Kraft f&amp;uuml;r meine Vorhaben und f&amp;uuml;r mehr Begegnung. Auch dann, wenn mein Arbeitsplan nicht ohne ist, bin ich in Begegnungen meist entspannt und zugewandt. Dies hat damit zu tun, dass ich vor einigen Jahren bemerkte, dass ich zwar zu Begegnungen einlud, dann aber nicht wirklich so anwesend war, dass aus Begegnungszeit erf&amp;uuml;llte Zeit f&amp;uuml;r alle Beteiligten wurde. Deshalb hatte ich mir bewusst vorgenommen, Begegnungszeit zu begrenzen, mich auf diese dann aber wirklich einzustellen und seelisch anwesend zu sein. Daneben sorge ich f&amp;uuml;r R&amp;uuml;ckzug, den ich als auch introvertierter Mensch brauche. Beides hat meiner Seele und meinen Beziehungen gut getan. 
 
Zugewandtheit geht bei mir aber auch damit einher, dass ich von anderen erwarte, dass auch sie mit kostbarer Zeit verantwortlich umgehen und ich pr&amp;uuml;fe, ob ich mich einlasse. Das frustriert manchmal, wenn ich in der Verabredung als eher zur&amp;uuml;ckhaltend erlebt werde. Ich bin lieber dann in der Begegnung gro&amp;szlig;m&amp;uuml;tig. Besser als umgekehrt, oder? Erstaunlich ist &amp;uuml;brigens, wie dadurch mehr Dichte in kurzer Zeit m&amp;ouml;glich ist. Sinn hat mehr mit gemeinsamer Ausrichtung, Rahmensetzung und seelischer Verbindlichkeit zu tun. Dann gehen wesentliche Dinge auch mal schnell ohne Schnelllebigkeit[2 (#2)], die am Ende nichts bringt oder soviel Nacharbeit braucht, dass man sich besser gleich die angemessene Zeit gelassen h&amp;auml;tte.

Ich bin jetzt 65 und noch gut im Saft, aber es kommen die letzten Runden. Was gibt es da zu hoffen? Hoffnung ist nicht die &amp;Uuml;berzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn macht. Hab ich mal wo aufgelesen! Zuversicht ist vielleicht mehr eine Lebensart. Ich will mich in ihr &amp;uuml;ben. Apfelb&amp;auml;umchen pflanzen wie Luther und so. Hoffnung &amp;ndash; kein leerer Wahn meint auch Schiller (s.u.). Anteil am K&amp;uuml;nftigen, auch wenn man selbst nicht mehr dabei sein wird. 
 
Zu meinem 60sten hab ich vor Freunden eine kleine Rede gehalten, ausgehend von einer Allegorie des portugiesischen Dichters Pessoa.[3 (#3)] Einige haben sie als etwas depressiv empfunden. Mag sein. Warum Denken traurig macht, dar&amp;uuml;ber sinniert auch der so optimistische Steiner[4 (#4)]. Mir selbst ging es gut mit der Endlichkeit vor Augen und der Aufgabe bis dahin, mein Leben mit Sinn zu f&amp;uuml;llen. Ich habe dem jetzt nicht viel hinzuzuf&amp;uuml;gen. 
 
Zu meinem 65. Geburtstag besuchten wir Marbach am Neckar, den bezaubernden Geburtsort Friedrich Schillers, nicht weit. Auf unserem Rundgang erreichten wir einen erh&amp;ouml;hten Platz vor einer Kirche. Da kam die Sonne hervor und von &amp;uuml;berall her l&amp;auml;uteten die Mittagsglocken. Braucht man mehr? 
 
Sp&amp;auml;ter stie&amp;szlig;en wir auf dieses Gedicht.

Die Hoffnung

Es reden und tr&amp;auml;umen die Menschen viel
Von besseren k&amp;uuml;nftigen Tagen,
Nach einem gl&amp;uuml;cklichen gold'nen Ziel
Sieht man sie rennen und jagen,
Die Welt wird alt und wieder jung,
Doch der Mensch hofft immer Verbesserung.

Die Hoffnung f&amp;uuml;hrt ihn in's Leben ein,
Sie umflattert den fr&amp;ouml;hlichen Knaben,
Den J&amp;uuml;ngling bezaubert ihr Geisterschein,
Sie wird mit dem Greis nicht begraben;
Denn beschlie&amp;szlig;t er im Grabe den m&amp;uuml;den Lauf,
Noch am Grabe pflanzt er die Hoffnung auf.

Es ist kein leerer schmeichelnder Wahn,
Erzeugt im Gehirne des Toren,
Im Herzen k&amp;uuml;ndet es laut sich an:
Zu was Besserem sind wir geboren!
Und was die innere Stimme spricht,
Das t&amp;auml;uscht die hoffende Seele nicht.

von Friedrich Schiller
 
Ich w&amp;uuml;nsche allen eine gesegnete Zeit und einen hoffnungsvollen Neubeginn im Neuen Jahr.
  

[1]http://de.wikipedia.org/wiki/George_Steiner (http://de.wikipedia.org/wiki/George_Steiner)
Sternstunde Philosophie - George Steiner Kulturwissenschaftler und Philosoph, Kosmopolit - Mediathek des SF (http://www.videoportal.sf.tv/video?id=c9709440-5ef7-49d5-ba23-5034c68fa822) 
[2]swr2aula_20111030_immer_schneller_und_immer_schlechter_turbogesellschaft.6444m.mp3 (http://mp3-download.swr.de/swr2/aula/swr2aula_20111030_immer_schneller_und_immer_schlechter_turbogesellschaft.6444m.mp3)
[3]Hier die Rede von Bernd Schmid anl&amp;auml;sslich der Feier seines 60 Geburtstages zum Download (component/option,com_docman/task,doc_download/gid,306/) 
[4]George Steiner: Warum Denken traurig macht. Suhrkamp 2006, 91 S., Gebunden, ISBN 3-518-41841-6 


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&amp;bull; Wenn Sie das forum humanum kennenlernen oder News des forum humanum abonnieren wollen:
http://www.forum-humanum.eu.        

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			<category>Frontpage Inhalt - Bernd Schmids Blog</category>
			<pubDate>Fri, 16 Dec 2011 09:54:32 +0100</pubDate>
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		<item>
			<title>Blog 73: Kreativ Leben? - Von Bernd Schmid 02.12.2011</title>
			<link>http://www.systemische-professionalitaet.de/berndschmid/bernd-schmids-blog/blog73.html</link>
			<description>
Die Fotos zu den Blogs sind &amp;uuml;brigens selbst gemacht, mit einer besseren Pocketkamera, so nebenher, ohne jegliche Bildbearbeitung. Es scheint der besondere Blick zu sein, der ihren Charakter ausmacht. Sie werden gelegentlich zum Aufh&amp;auml;ngen, auf Kalendern, Schriften oder Websites verwendet. Gerne stelle ich mein Archiv allen kostenlos zur Verf&amp;uuml;gung. http://www.systemische-professionalitaet.de/berndschmid/fotoalbum.html (fotoalbum.html)
Denn ich freue mich, wenn meine Fotos Resonanz finden.




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Wenn Dir etwas fehlt in der Welt, sorge daf&amp;uuml;r, dass es hineinkommt[1 (#1)].



Jeder kann singen, sagen manche Musikp&amp;auml;dagogen. Ja, schon, aber wie? 
Jeder sei kreativ, sagen manche Menschenfreunde. Ja, schon, man merkt es blo&amp;szlig; nicht immer so richtig.
 
Ist Kreativit&amp;auml;t blo&amp;szlig; versch&amp;uuml;ttet, wie manche in der Romantik der 1968-&amp;Auml;ra annehmen? Muss sie blo&amp;szlig; freigelegt werden? Oft vielleicht ja, doch freigelegt muss sie dennoch auch gebildet werden[2 (#2)]. 
 
Auch f&amp;uuml;rchte ich, dass mit gut gemeinten Fiktionen Unaufrichtigkeit best&amp;auml;rkt wird, z.B. bei Unternehmensstrategen. D&amp;uuml;rfen sie sich ehrlich und erkennbar fragen, wie kreativ sie sind? Im Innersten wissen sie vielleicht, dass ihnen nicht viel einf&amp;auml;llt. Dennoch f&amp;uuml;hlen sie sich einem kreativen und strategisch klugen Image verpflichtet, insbesondere, wenn Privilegien damit gerechtfertigt werden. Dabei h&amp;auml;tten sie auch als Betreiber und Pfleger von bereits Bestehendem ihre W&amp;uuml;rde. 
Ist es denn ein Gewinn, wenn sich z.B. Dienstleistungsanbieter verpflichtet f&amp;uuml;hlen, &amp;uuml;berall NEU drauf zu stempeln, auch wenn es sich um alte Bytes auf neuen Datentr&amp;auml;gern handelt. (Fr&amp;uuml;her sprach man von altem Wein in neuen Schl&amp;auml;uchen.) Sie kennen sich entweder nicht aus und halten sich tats&amp;auml;chlich f&amp;uuml;r die Erfinder des Rades oder verwirren bewusst mit kreativen Etiketten, um Marktaufmerksamkeit und Bedeutung zu ergattern. W&amp;uuml;rde es nicht ausreichen, wenn sie das, was sie solide beitragen k&amp;ouml;nnen, so verst&amp;auml;ndlich wie m&amp;ouml;glich darstellen?
 
Braucht man &amp;uuml;berhaupt ein kreatives Selbstverst&amp;auml;ndnis?

Das menschliche Gehirn sei in erster Linie dazu da, uns zu besch&amp;uuml;tzen, also uns &amp;uuml;berleben zu lassen und uns gesund zu erhalten. Schon dazu m&amp;uuml;ssen wir uns an sich ver&amp;auml;ndernde Lebensbedingungen anpassen k&amp;ouml;nnen. Um gesund bleiben zu k&amp;ouml;nnen, brauchen wir das Gef&amp;uuml;hl, uns auszukennen, wertgesch&amp;auml;tzt zu werden und wirksam zu sein. Neuere Studien zum Herzinfarktrisiko kommen z.B. zu dem Schluss, dass Gene, Ern&amp;auml;hrung, Sport und Lebensweise zusammen nicht einmal 50% aufkl&amp;auml;ren. Der Rest scheint viel mit Selbstwirksamkeit zu tun zu haben. Das braucht man offenbar schon. Sich ausgeliefert f&amp;uuml;hlen macht krank. 
 
Aber wie viel Kreativit&amp;auml;t braucht man f&amp;uuml;r Selbstwirksamkeit? Das Gef&amp;uuml;hl, sich auszukennen, wird notfalls auch illusion&amp;auml;r erzeugt. Wertsch&amp;auml;tzung und Wirksamkeit k&amp;ouml;nnen durch Anpassung an vorgegebene Rahmen gefunden werden. Damit ist nicht unbedingt Kreativit&amp;auml;t verbunden. Dennoch scheint es eine Strebung zu geben, Wirklichkeit kreativ gestalten und nicht nur in gegebenen Rahmen &amp;uuml;berleben zu wollen. Muss man dazu Neues produzieren? Ist Wiederentdeckung und Erhaltung von Leben und Kultur nicht sch&amp;ouml;pferisch genug? 

Und muss Kreativit&amp;auml;t ein Merkmal jedes Einzelnen sein oder reicht auch ein Beitrag zu einem sch&amp;ouml;pferischen Umfeld? Dieses braucht ja auch Sachkundige, Umsetzer, Verwaltungs-, F&amp;uuml;hrungs- und Kulturpflegefunktionen verschiedener Art. Nachhaltig Gro&amp;szlig;es kann heute eh nur von Netzwerken geleistet werden. Wir m&amp;uuml;ssen da weg vom Heldenmythos Einzelner. Stattdessen k&amp;ouml;nnte man Kreativit&amp;auml;t zu einer Leistung gemeinsamer Kultur erkl&amp;auml;ren. Das ist wahrscheinlich treffender und gerechter. Wesentliche Beitr&amp;auml;ge leisten die sogenannten &amp;bdquo;Kreativen&amp;ldquo; dazu durchaus, nicht immer die wichtigsten. Wir haben in Deutschland ohnehin kein Ideen- und Erkenntnisdefizit, sondern eher ein Umsetzungsdefizit. Und nicht jeder, der kreative Ideen hat und diese auch formulieren kann, tr&amp;auml;gt immer zum Fortschritt bei. Manchmal behindert er mit immer neuen Kreativ-Feuerwerken die Sicht beim Bau konkreter Wege. 
 
Wann ist man &amp;uuml;berhaupt kreativ? Sind es die schr&amp;auml;gen Einf&amp;auml;lle? Manchmal ja. Doch vieles kommt einem dann doch an den Haaren herbeigezogen vor und wirkt lediglich wie Selbstinszenierung. Vielleicht durchaus ok als Anfang, doch w&amp;uuml;rde man den Bezug zum Nutzen f&amp;uuml;r die Menschheit und zu H&amp;ouml;herem irgendwann gerne zumindest ahnen. Manche haben besondere Momente und Erleuchtungen, kommen aber nicht auf die Idee, daraus Programm zu machen oder gar Identit&amp;auml;t. Viele merken gar nicht, dass ihnen was einf&amp;auml;llt, geschweige denn, dass sie es f&amp;uuml;r erw&amp;auml;hnenswert hielten. Auf jeden Fall ist wichtig, nicht mit Angst Kreativit&amp;auml;t zu behindern. Denn unter Angst fallen die meisten auf archaische Muster zur&amp;uuml;ck. 
Aber der Mythos, dass zufriedene und gl&amp;uuml;ckliche Menschen auch die sch&amp;ouml;pferischen sind, kann nicht gehalten werden. Z.B. geh&amp;ouml;re zur j&amp;uuml;disch-religi&amp;ouml;sen Gestimmtheit die Unzufriedenheit. Juden seien chronisch nicht zufrieden damit, wie es ist, das aber in einer produktiven Weise. Vielleicht liegt darin das Geheimnis der beeindruckenden Leistungen vieler Menschen aus diesem Kulturkreis. Also: paradiesische Verh&amp;auml;ltnisse allein schaffen keine sch&amp;ouml;pferischen Leistungen. Man muss Anforderungen erleben. Wir brauchen keine sch&amp;ouml;nf&amp;auml;rberische Beziehung zur Kreativit&amp;auml;t, sondern eher ein konstruktives Klima, um mit Unzufriedenheit umzugehen.

Kreativit&amp;auml;t basiert immer auf Erfahrung. Kreative Leistungen bedeuten meist eine neue Variante, eine mentale Mutation, einen Perspektivenwechsel, eine Kontextverschiebung. Wer nichts wei&amp;szlig; und wenig aus Erfahrung lernt, kann auch nicht kreativ sein. Es sind nicht unbedingt die neuen Dinge, sondern die neuen Perspektiven auf die Dinge, in denen sich Kreativit&amp;auml;t zeigt. Kreativit&amp;auml;t meint nicht unbedingt jeden Tag eine neue Idee, sondern viel &amp;ouml;fter eine brennende Frage, zu der &amp;uuml;ber lange Zeit jeden Tag neue Antworten gesucht werden[3 (#3)].
  
[1]  Originalton  Spr&amp;uuml;che von Bernd Schmid (http://www.systemische-professionalitaet.de/isbweb/content/view/183/233/) 
[2]132 Der Innovationsgeist f&amp;auml;llt nicht vom Himmel - G. H&amp;uuml;ther u. B. Schmid 2009 (http://www.systemische-professionalitaet.de/isbweb/component/option,com_docman/task,doc_download/gid,1606/)
[3]Das CERN. Ein Weltbild auf Kollisionskurs? Die Physikerin Felicitas Pauss im Gespr&amp;auml;ch mit Nathalie Wappler in Sternstunde Philosophie SF Kultur 14.11.2010 (http://www.videoportal.sf.tv/video?id=b437af81-4fb1-4b28-b4b0-a657ac600ba8) 

 



&amp;bull; Wenn Sie diesen Blog kommentieren m&amp;ouml;chten schreiben Sie an schmid@isb-w.de (Generell gilt, dass wir uns frei f&amp;uuml;hlen, Zuschriften zum Thema dort ganz oder auszugsweise mit Namen zu ver&amp;ouml;ffentlichen, es sei denn sie sind als privat oder anonym markiert).
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Kommentare zu diesem Blog:


Frau Regina Henrich

Danke f&amp;uuml;r diesen sch&amp;ouml;nen Blog. Hat mich tiefst ber&amp;uuml;hrt. Ich hoffe, ich werde wirklich nie ganz gl&amp;uuml;cklich und zufrieden. Auch ich habe lebenslang aus Unzufriedenheit und dem Drang nach  wertvoller'  Vollkommenheit/Ganzheitlichkeit die Energien gezogen, welche mich lebensf&amp;auml;hig machten und lebensf&amp;auml;hig erhielten. Ich glaube gerade dadurch h abe ich meine eigensten Kreativfelder aktiviert.  - mach Spa&amp;szlig; Ihre Blogs zu lesen - 

Frau Birgit Rohde-Goehring

Lieber Herr Dr. Schmid,

&amp;middot;         sinnfreie Kreativit&amp;auml;t oder Sinnsuche im Unsinn eines aktuellen Anpassungsdruckes als Ausdruck von Kreativit&amp;auml;t, 

&amp;middot;         Erfahrung als Spa&amp;szlig;- und Kreativit&amp;auml;tsbremse und andererseits eine neue Perspektive auf (nicht) neue Kontexte durch den Ver&amp;auml;nderungswillen aus Unzufriedenheit&amp;hellip;

Ich finde es wichtig, sich &amp;uuml;ber den eigenen Umgang und die eigene &amp;bdquo;Werteskala&amp;ldquo; von Kreativit&amp;auml;t Gedanken zu machen. Die Latte nicht zu hoch h&amp;auml;ngen hei&amp;szlig;t f&amp;uuml;r mich, unperfekte Kreativit&amp;auml;t(sversuche)im Alltag als Vers&amp;ouml;hnung mit sich selber zuzulassen und ein niveauvoller Umgang mit Kreativit&amp;auml;t f&amp;ouml;rdert (hoffentlich) die Erkenntnis, eine Anpassung an vorgegebene Rahmenbedingungen als echte Selbstwirksamkeit als falsch zu erkennen.

Meine Antwort auf das Thema &amp;bdquo;Kreativ Leben&amp;ldquo; hei&amp;szlig;t Achtsamkeit. Achtsamkeit eigener Bed&amp;uuml;rfnisse und derer enger (famili&amp;auml;rer) Beziehungen, damit kreativer Umgang im Leben gelernt werden kann (Erziehung) und ein Miteinander im Privaten wie im Beruf als gelingendes Leben empfunden wird. Dann ist man (sinnvoll) kreativ, ob man es so nennen will oder nicht.

Ich w&amp;uuml;nsche Ihnen und Ihrem Team Fr&amp;ouml;hliche Weihnachten und einen stimmungsvollen, bunten und humorvollen Ausklang des Jahres! Das Angebot, die sch&amp;ouml;nen Fotos nutzen zu d&amp;uuml;rfen empfinde ich als Weihnachtsgeschenk, danke!

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			<category>Frontpage Inhalt - Bernd Schmids Blog</category>
			<pubDate>Fri, 02 Dec 2011 10:15:44 +0100</pubDate>
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